Traditions-Handwerk: Schuhmacher aus Wambel liebt alte Treter

WAMBEL Auf den Spuren des alten Handwerks gibt es im Dortmunder Nordosten einiges zu entdecken. Diesmal war die Redaktion der Ruhr Nachrichten zu Gast bei einem Schuhmacher.

von Von Bianka Boyke

, 09.01.2009, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
An seiner Nähmaschine kann der Schuhmacher jede Naht flicken.

An seiner Nähmaschine kann der Schuhmacher jede Naht flicken.

Das sind so Momente, in denen der Schuhmacher seinen Beruf mag, denn eigentlich hätte er viel lieber erstmal Abitur gemacht und studiert, aber sein Vater hatte andere Pläne mit ihm. „Er hat bestimmt, dass ich in seine Fußstapfen trete und damit war die Sache beschlossen.“ Aber das habe er inzwischen längst vergessen. Es gebe andere Probleme: die vielen billigen Schuhe auf dem Markt. „Wenn man für 20 Euro  schon neue Schuhe kaufen kann“, so Muckenheim, „Dann lässt man sie nicht für 7 Euro reparieren.“

Aber das sei auf jeden Fall viel zu kurzsichtig gedacht, meint der Schuhmacher. „Gute Lederschuhe kosten nunmal, halten aber auch länger.“ Deshalb empfiehlt er vor allem seinen älteren Kunden, die sich vor 15 oder auch 20 Jahren qualitativ hochwertige Schuhe gekauft haben, diese immer ordentlich zu pflegen, weil man sie heute so gar nicht mehr kaufen könne.

So wirkt der Schuhmacher auch mal richtig verärgert, wenn er sieht, dass seine Kunden mit ihren Schuhen „zu lieblos“ umgehen und so wie ein älterer Herr einfach in seine Schuhe schlüpfen ohne einen Schuhanzieher zu benutzen und dadurch die Hinterkappen leiden. „Aber meine Frau versteckt den Schuhanzieher immer vor mir“, versucht sich der Kunde zu verteidigen. Keine Chance. „Der Schuh sieht so aus, als sei er 20 Jahre alt“, meint Muckenheim. „Und wie alt ist er?“, fragt er. So ungefähr zwölf, muss der Kunde kleinlaut zugeben. Der Schuhmacher liebt seinen Beruf eben doch oder zumindest die Ware um die er sich täglich richtig liebevoll kümmert.    

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