Trekkingladen nicht an Abwasserkanal angeschlossen - Wasserschäden

LANGENDREER Bei der Verlegung eines neuen Abwasserkanals kam es in Langendreer zu einem "Missgeschick". Bei der alten Koppelung der Hausanschlüsse an das neue Abwassersystem wurde der Trekkingladen von Dirk Loheide schlichtweg übersehen. Die Folge: In dem Geschäft stand plötzlich alles unter Wasser.

von Von Christoph Walter

, 17.03.2009, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dirk Loheide zeigt die Schäden im Lager seines Ladens.

Dirk Loheide zeigt die Schäden im Lager seines Ladens.

Sturzbachartig ist das Wasser in den Keller seines Trekkinggeschäfts an der Alten Bahnhofstraße gelaufen. Mehrfach. Immer an Tagen, an denen es wie aus Eimern regnete. Sein Warenlager unter dem Ladenlokal kann Dirk Loheide (48) vorerst nicht mehr nutzen. Das alles, weil er Opfer einer Bau-Schlamperei wurde.Neuer Abwasserkanal Vor einem guten Dreivierteljahr hat die Stadt im Westen Langendreers einen neuen Abwasserkanal verlegen lassen. Da war der Ärger eigentlich schon perfekt.Umsatzeinbußen

"Die haben in der Hauptgeschäftsphase in den Sommermonaten die komplette Straße inklusive der Parkflächen vor unserer Tür aufgerissen, ohne vorher auch nur einen Mucks zu sagen", blickt Loheide wütend zurück. "Ich hatte dadurch Umsatzeinbußen ohne Ende."

Doch dann kam es noch dicker: Bei der alten Koppelung der Hausanschlüsse an das neue Abwassersystem wurde Loheides Geschäft schlichtweg übersehen, wie der privat eingeschaltete Architekt Hans-Jürgen Ludwig bei einer Kanalspiegelung herausgefunden hat.

"Alles unter Wasser"

Die Folge: Das Regenwasser vom Dach des Gebäudes, auch das Abwasser aus der Laden-Toilette liefen durch den blinden Hausanschluss direkt ins Erdreich. Inzwischen ein halbes Jahr lang. Bei besonders heftigen Niederschlägen drückte das Abwasser durch Fundament und Wände in die Kellerräume. "Hier stand dann plötzlich alles unter Wasser", beschreibt Loheide Szenen, die ihm eine Menge Kummer bereitet haben. "Ich habe gleich geahnt, dass das mit dem neuen Abwasserkanal zusammenhängt", sagt er.Stress hinter den Kulissen

Die Kunden im erdgeschossigen Ladenlokal bekommen von all dem nichts mit. Der Betrieb läuft regulär weiter, nur die Zeltausstellung im Keller ist erstmal passé. Den Stress erleben Loheide und seine Mitarbeiterin hinter den Kulissen. "Wir mussten den kompletten Warenbestand aus dem Lager in meine Privatwohnung in Witten verfrachten", berichtet er. Wie es weiter gehen soll, weiß er nicht so recht. "Unsere Versicherung will diesen Schaden nicht übernehmen."

Baufirma in der Pflicht

Die Stadt gesteht die Panne ein, macht allerdings das ausführende Bauunternehmen aus Hamm dafür verantwortlich. "Die Firma hätte darauf achten müssen, dass sie alle Hausanschlüsse, die sie am alten Kanalrohr abgeklemmt hat, auch wieder anschließt", erklärt Reiner Liebscher, Leiter des Tiefbauamtes. Somit werde das Bauunternehmen auch für die Wasserschäden gerade stehen müssen. "Wir prüfen das", so Liebscher.

"Schnellstmöglich" wolle man nun den Hausanschluss des Trekkingladens mit dem neuen Kanalsystem verbinden - bevor der Keller erneut voll läuft.