Troi: Von der Leinwand hinaus ins Theater

BOCHUM Ein Kind ersehnt sich der Maler, der einsam in seinem Atelier sitzt. Und malt sich einen Sohn in den schönsten Farben, die er finden kann. "Troi" heißt dieses Kind, die aus der Phantasie geschaffene Hauptfigur im neuen Stück des Schauspielhauses für die Allerkleinsten.

von von Ronny von Wangenheim

, 08.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Troi: Von der Leinwand hinaus ins Theater

Michael Habelitz und Roderik Vanderstraeten spielen in "Troi".

Das Kind, das auf Abenteuersuche geht und schließlich in einem Wal landet  - das erinnert an Pinocchio. Martina van Boxen hat sich in der Tat für ihr erstes Theaterstück von der berühmten Holzfigur mit der langen Nase inspirieren lassen. Dessen veraltete Moralvorstellungen passten der Regisseurin und Autorin allerdings nicht.

Musik, Sprache, Malerei und Tanz

Bewusst richtet sich "Troi" an die allerjüngsten Zuschauer ab drei Jahren. Die Leiterin des Jungen Schauspielhauses hat mit "Der Luftballonverkäufer" die allerbesten Erfahrungen gemacht. Aber weil es so wenig gute Stücke für diese Altersgruppe gibt, hat Martina van Boxen gleich selbst eines geschrieben. Eng beteiligt am Entstehungsprozess des Stückes, der parallel zu den Proben lief, waren Michael Habelitz und Roderik Vanderstraeten, mit denen sie bereits früher zusammen gearbeitet hat. Michael Habelitz, der nicht nur Schauspieler, sondern auch bildender Künstler ist, ist der Maler, der sich "Troi" malt. Aber er ist auch der Erzähler genauso wie Roderik Vanderstraeten. Dessen 50 Instrumente bilden neben fünf Staffeleien das Bühnenbild der Inszenierung. "Eine schöne Synthese aus Musik, Sprache, Malerei und Tanz", beschreibt Martina van Boxen: "Ich bin ganz, ganz glücklich mit dem Stück."

Da gibt es viel zu staunen für die Kinder. Und "nebenbei" werden wie bei Pinocchio auch Werte vermittelt. Die heißen bei Martina van Boxen "Zuhören, hingucken, offen sein, sich einlassen auf das, was einem begegnet, keine Angst haben, auch nicht vor dem Fremden".

Koproduktion

Die Produktion, und schon das macht sie zu etwas Besonderem, ist eine Koproduktion des Schauospielhauses mit einem freien Theater. An der Theaterwerkstatt Hannover, wo Martina van Boxen arbeitete, bevor sie nach Bochum kam, war bereits höchst erfolgreich die Premiere. Im Theater unter Tage ist es am Sonntag, 11. November, 15 Uhr, soweit.

www.schauspielhaus-bochum.de