Trotz schwieriger Saison: Willy Decker zieht erfolgreiche Bilanz

Ruhrtriennale

Wie groß die Zustimmung zur Ruhrtriennale auch war – für Willy Decker persönlich hat sie bereichernde Begegnungen und wichtige Erfahrungen gebracht. Die Auseinandersetzung mit dem Islam trug Früchte.

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 07.10.2010, 18:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit dem Tanztheaterprojekt "The Defenders" klingt die Ruhrtriennale am Sonntag aus.

Mit dem Tanztheaterprojekt "The Defenders" klingt die Ruhrtriennale am Sonntag aus.

„Zustimmung macht den Erfolg nur schöner“, sagte Decker, für ihn gehört dazu vor allem Provokation von Diskussionen und Kontroversen: „Daran war die Spielzeit reich.“ Leidenschaftliche Diskussionen seien bei „Leila und Madschnun“ entbrannt, berichtete der Regisseur von Gesprächen mit Zuschauern, die gar von Ehekrisen erzählten. Begeisterung, Ablehnung, Verwunderung habe seine Inszenierung geerntet.

Die Kultur des Islam besser kennen zu lernen, Barrieren abzubauen, das alles habe die Ruhrtriennale erreicht. Decker: „Das sollte weitergehen.“ Dass wir diese ferne Kultur immer noch als fremd empfinden, führte letztlich dazu, dass Willy Decker bilanzierte: „Es war eine schwierigere Saison als letztes Jahr“.  „Wir sind viele Wagnisse eingegangen“, betonte er. Mit „Leila und Madschnun“ habe man Neue Musik aus der Nische herausgeholt und einem neuen Publikum näher gebracht. Neue Zuschauer brauchte es auch bei der Konzertreihe „Century of Song“. Statt großer Namen gab es diesmal in der Jahrhunderthalle anspruchsvolle Konzerte passend zum Triennale-Thema. Ein Weg, der auch 2011 weiter verfolgt werden soll, wenn der Buddhismus im Zentrum stehen wird.

Zu den vielen „Unmöglichkeiten“, zu den Wagnissen der Saison gehörte auch das Vorhaben, Grass „Blechtrommel“ auf die Bühne zu stellen. Decker lobte Jan Bosse und Armin Petras: „Sie sind hochvirtuos mit dem Stoff umgegangen.“