Trotz Vorstrafen und brutalen Angriffen nur Bewährung

Prozess am Schöffengericht

Sie haben ihre Opfer provoziert, verfolgt, beschimpft und zusammengeschlagen. Und obwohl zwei junge Männer aus Witten bereits vorbestraft sind, sind sie am Mittwoch vor Gericht glimpflich davon gekommen.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 17.11.2011, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie die Angeklagten nach einigem Zögern einräumten, hatten sie gemeinsam mit einem weiteren Mann an einem Abend im April dieses Jahres in der Nähe der Nachtigallbrücke grundlos Streit mit einer Gruppe Jugendlicher provoziert. Die zur Tatzeit erheblich unter Alkohol- und Drogeneinfluss stehenden Angeklagten ließen auch dann nicht von ihren Opfern ab, als diese sich entfernen wollten, um dem Streit aus dem Wege zu gehen. Stattdessen nahmen sie die Verfolgung auf, attackierten ihre Opfer erneut. Dabei schlug der 22-Jährige einem der Opfer mit der Faust ins Gesicht, einen anderen Mann brachte er mit einem Tritt zu Fall und schlug dann auf den am Boden Liegenden ein.

Darüber hinaus hatte der 21-jährige Angeklagte mit einem Kumpel im Mai 2011 einen Pizza-Auslieferungsfahrer angegriffen und verletzt. Außerdem beleidigten beide ihr Opfer mit ausländerfeindlichen Sprüchen. Der als Zeuge geladene Fahrer berichtete, dass es bereits zuvor verbale Auseinandersetzungen mit den Männern gegeben habe. Der unter Diabetes leidende Mann erlitt bei der Handgreiflichkeit eine Verletzung am großen Zeh, die aufgrund der Vorerkrankung möglicherweise erhebliche Folgen haben kann. Für diese Taten verurteilte das Schöffengericht den 21-jährigen Angeklagten zu einem Jahr und neun Monaten Haft. Sein 22-jähriger Mitangeklagter erhielt ein Jahr und drei Monate Haft. Die Bewährungsfrist läuft über vier Jahre, zur Auflage machte das Gericht die Zahlung von je 500 Euro zur Schadenswiedergutmachung an die drei Hauptgeschädigten.