Trump irritiert mit "Kompliment" an Macrons Frau

Staatsbesuch in Frankreich

Mit US-Präsident Donald Trump als Ehrengast hat Frankreich seinen Nationalfeiertag zelebriert. Trump verfolgte am Freitag an der Seite des französischen Staatschefs Emmanuel Macron die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées. Dabei lieferte sich Trump auch einen Fauxpas.

Paris

14.07.2017, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trump war bereits am Donnerstag in Frankreich eingetroffen. Bei einem Treffen im Élyséepalast hatten die beiden Präsidenten sich um Annäherung bemüht - und ihre Unstimmigkeiten etwa bei der Klimapolitik an den Rand gerückt. Frankreich und die USA vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen für einen Fahrplan zur Zukunft von Syrien nach dem Bürgerkrieg, im Anti-Terror-Kampf und gegen Dumping auf dem Weltmarkt.

Irritierendes "Kompliment"

Für Irritationen sorgte allerdings die Begegnung zwischen Donald Trump und Macrons Ehefrau Brigitte im Invalidendom. Er beglückwünschte erst sie "Sie sind in guter Form, sehr hübsch" und wiederholte dann gegenüber Macron "Sie ist in guter Form" - alles während seine Ehefrau Melania daneben stand. Emmanuel Macron hatte das Video auf seiner Facebook-Seite geteilt.

Im Netz erntete Trump dafür unterschiedliche Reaktionen. "Herr Trump: Frauen wollen ungebetene Kommentare darüber, wie Sie ihren Körper finden, nicht hören. Es ist widerlich und extrem unangemessen“, twittert US-Schauspielerin Jen Siebel Newsom (43, „Was das Herz begehrt“). Ein deutscher Nutzer schreibt dagegen: „Diesmal muss ich Trump in Schutz nehmen! Es ist nicht sexistisch einer 64jährigen zu sagen, sie sei „gut in Form“. Es ist ein Kompliment!“ Andere empfehlen, das mit den Komplimenten lieber nochmal zu üben. 

Gedenkveranstaltungen in Nizza

Anlass für Trumps Besuch ist das Jubiläum des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg an der Seite Frankreichs vor 100 Jahren. An der Parade nehmen mehr als 3700 Fußsoldaten, mehr als 200 Fahrzeuge und 63 Flugzeuge teil. Auch amerikanische Militärs marschieren mit, fünf von ihnen in Uniformen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Die Zeremonie stand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, nach Ankündigung der Polizei schützten rund 3500 Polizisten die Parade, Besucher mussten ihre Taschen vorzeigen und wurden teilweise abgetastet. Innenminister Gérard Collomb sagte dem Sender BFMTV, dass auch zwei Drohnen im Einsatz seien. Am Freitagnachmittag wird Macron dann in Nizza erwartet, dort sind Gedenkzeremonien geplant. Im vergangenen Jahr hatte am französischen Nationalfeiertag ein Attentäter mit einem Lastwagen in Nizza 86 Menschen ermordet.

In Frankreich gilt nach einer Serie islamistischer Terroranschläge weiter der Ausnahmezustand. Im April war auf den Champs-Élysées ein Polizist getötet worden. Im vergangenen Jahr hatte am französischen Nationalfeiertag ein Attentäter mit einem Lastwagen in Nizza 86 Menschen ermordet. Der Nationalfeiertag erinnert an den Sturm auf die als Gefängnis genutzte Pariser Festung Bastille 1789, der als Geburtsstunde der Französischen Revolution gilt. Wegen des symbolischen Datums war die Attacke in Nizza auch als Angriff auf Frankreich und seine Werte verstanden worden.

dpa/sag