Trump-Sohn traf vor US-Wahl russische Anwältin

Hoffnung auf Schmutz über Clinton

Und wieder holt die Russland-Affäre Donald Trump ein. Diesmal geht es um seinen Sohn Donald Jr., der sich im Wahlkampf mit einer russischen Anwältin getroffen hat - in der Hoffnung, dass sie schädliche Infos über Hillary besitzt.

WASHINGTON

10.07.2017, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich Berichten zufolge während des Wahlkampfs im Juni 2016 mit einer russischen Anwältin getroffen, die belastende Informationen über Hillary Clinton versprochen haben soll.

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich Berichten zufolge während des Wahlkampfs im Juni 2016 mit einer russischen Anwältin getroffen, die belastende Informationen über Hillary Clinton versprochen haben soll.

Donald Trumps ältester Sohn hat sich im Wahlkampf mit einer russischen Anwältin getroffen, von der er sich belastende Informationen über die Rivalin seines Vaters, Hillary Clinton, versprach. Es sei aber nichts Wichtiges dabei herausgekommen, erklärte Donald Trump Jr. am Sonntag (Ortszeit). Zuvor hatte er das Treffen mit der Russin, die Verbindungen zum Kreml haben soll, zwar bestätigt, aber erklärt, es habe nichts mit dem Wahlkampf zu tun gehabt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, man kenne die Anwältin nicht.

Die „New York Times“ sprach vom ersten öffentlichen Hinweis darauf, dass zumindest einige Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen seien, „russische Hilfe anzunehmen“. Moskau wird gezielte Wahlbeeinflussung zugunsten des Republikaners vorgeworfen. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat.

Trump-Beraterin: Kein Ergebnis, also kein Drama 

Kellyanne Conway, eine Topberaterin des Präsidenten, spielte die Bedeutung der Begegnung herunter. Es sei schließlich nichts dabei herausgekommen, „und das ist es, was zählt“, sagte sie am Montag dem Sender CNN. Im Übrigen habe man im Wahlkampf nicht lange suchen müssen, um Schlechtes über Clinton herauszufinden.

Bei dem Treffen im Juni waren auch der Schwiegersohn des jetzigen Präsidenten, Jared Kushner, und der damalige Vorsitzende der Wahlkampagne, Paul Manafort, anwesend. Sein Vater habe nichts davon gewusst, so Trump Jr. Er räumte der „New York Times“ zufolge den wahren Grund für die Begegnung ein, nachdem unter anderem drei Berater des Weißen Hauses die Zeitung darüber informiert hatten.

Das Treffen fand in New York statt 

Das Gespräch mit der Anwältin Natalia Veselnitskaja fand demnach im New Yorker Trump Tower statt. Er habe sich mit ihr getroffen, weil ihm gesagt worden sei, dass sie „hilfreiche“ Informationen für den Trump-Wahlkampf zu bieten habe, zitierten Medien aus der Erklärung von Trump Jr. Die Frau habe das Gespräch nach dem Austausch von Freundlichkeiten mit den Worten eröffnet, dass sie Informationen besitze, nach denen Personen mit Verbindungen zu Russland den Parteivorstand der Demokraten und Hillary Clinton unterstützten.

Ihre Äußerungen seien vage und mehrdeutig gewesen, sie hätten keinen Sinn ergeben, so Trumps Sohn weiter. Einzelheiten oder unterstützende Informationen seien nicht angeboten worden. „Es wurde schnell deutlich, dass sie keine wichtige Information hatte.“

Musik-Publizist soll das Treffen angeregt haben 

Das Treffen kam Trump Jr. zufolge auf Anregung von jemandem zustande, den er von einer Miss-Universum-Veranstaltung im Jahr 2013 kenne. Den Namen nannte er nicht, aber der „Washington Post“ zufolge handelt es sich um einen Musik-Publizisten, der das Treffen nach eigenen Angaben auf Ersuchen eines russischen Klienten arrangiert habe. Trump Jr. selber gab an, dass er nicht im voraus gewusst habe, mit wem er sich da treffe.

Zu Veselnitskajas Klienten zählen nach Informationen der „New York Times“ und „Washington Post“ Einzelpersonen und Unternehmen mit Verbindungen zum Kreml. In den vergangenen Jahren sei sie vor allem durch ihren Kampf gegen US-Sanktionen bekannt geworden, die wegen Menschenrechtsverletztungen gegen Russland verhängt wurden. Kremlchef Wladimir Putin war über diese Strafmaßnahmen so zornig, dass er amerikanische Adoptionen russischer Kinder unterbunden hatte.

Präsidentschaftswahlkampf soll kein Thema gewesen sein 

Trump Jr. zufolge ging die Anwältin bei dem Treffen dann auch zu diesem Thema über. Es sei ihm klar geworden, dass die angeblichen Informationen zu Clinton nur ein Köder gewesen seien, um ihn zu dem Treffen zu bewegen. In einer ersten Reaktion hatte der Präsidenten-Sohn erklärt, bei der Begegnung sei hauptsächlich über das Adoptionsprogramm gesprochen worden. Velsenitskaja sagte der „New York Times“, dass nichts im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf diskutiert worden sei. 

dpa