TÜV Nord: Viele Bochumer Autos ohne Mängel

HU-Statistik

55,1 Prozent der Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Bochum von den Sachverständigen vor Ort gecheckt wurden, hatten keine Mängel. Das geht aus der aktuellen HU-Statistik der TÜV Nord Group hervor. Mit dem Jahreswechsel wechselt auch die Farbe der Plakette: Was erwartet Autofahrer dann?

BOCHUM

02.11.2016, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zusätzlich fanden die Sachverständigen bei 18,8 Prozent der Fahrzeuge nur geringe Mängel, sodass 73,9 Prozent sofort eine neue TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit bekamen.

Bemerkenswert ist aber auch die andere Seite der Plakette: Bei immerhin 26,1 Prozent wurden erhebliche Mängel festgestellt. Sie mussten umgehend repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette auf das hintere Kennzeichen und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten. Im Vorjahr sind es 35,8 Prozent gewesen.

Als völlig verkehrsunsicher wurde nur ein Auto eingestuft. Zwei weitere Zahlen aus der TÜV-Statistik: Der durchschnittliche PKW, der an der Bochumer TÜV-Station geprüft wurde, war 9,8 Jahre alt und hatte mehr als 105.000 Kilometer Laufleistung auf dem Tacho. TÜV NORD-weit hat sich die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln schon zum dritten Mal hintereinander verringert – ein positiver Trend wie das Unternehmen mitteilt.

Positive Entwicklung der Mängelquoten

Michael Kaiser, der Leiter der Station, sagt: „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Schließlich bauen die Hersteller gute Autos und legen Wert auch auf die Langzeitqualität." Auch Autohäuser und Werkstätten würden Wert auf Qualitätssteigerung setzen, so Kaiser. "Die Autofahrer wiederum kümmern sich in Zeiten guter Wirtschaftlage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr. Besonders freuen würde es uns auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird.“

Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich zurückgegangen. Daran haben auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik ihren Anteil.

Licht und Elektrik am häufigsten bemängelt

Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Umweltbelastung“ und „Bremse“. Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen TÜV Nord-Zahlen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 6,6 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 11,8 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 31,9 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 50.440 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 135.963 Kilometern auf dem Tacho.

Plaketten in neuer Farbe

Wichtig: Wer noch mit einer braunen TÜV-Plakette für 2016 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin bei seinem TÜV geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der Plaketten von Braun auf Rosa.

So ist schon farblich erkennbar, dass der Untersuchungstermin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig und ab dem 8. Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

TÜV-Report
Den TÜV-Report, der spezifische Fahrzeugmängel dezidiert auflistet und damit zu einem wichtigen Ratgeber beim Gebrauchtwagenkauf wird, gibt es an jeder TÜV-Station und im Zeitschriftenhandel. Er kostet 4,50 Euro.

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