TuS Harpen sammelt Geld für Kunstrasenplatz

Spenden-Aktion im Internet

Kunstrasenkicker statt Aschepöhler: Der alte Tennenplatz des TuS Harpen im Steffenhorst ist teilweise gesperrt, die Verletzungsgefahr auf der zerstörten Oberfläche zu groß. Statt einer Sanierung wünscht sich der Verein seit Jahren den Neubau eines Kunstrasenplatzes - und sammelt dafür jetzt Spenden mit einer ungewöhnlichen Aktion im Internet.

BOCHUM

, 07.12.2014, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
TuS Harpen sammelt Geld für Kunstrasenplatz

Auf dem Sportplatz des TuS Harpen stürzte ein Spieler der 2. Mannschaft am 26. August so schwer, dass er sich ernsthafte Verletzungen zufügte.

für einen Kunstrasenplatz gestartet.

Auf einer Webseite können sich Unterstützer kleine Kästchen auf einem virtuellen Fußballfeld sichern. Die Spender werden dafür namentlich erwähnt – und die Kästchen nach dem Kauf hellgrün. Bisher sind so über 10 000 Euro an Spenden zusammengekommen, sagt Behling. „In Bochum hat es sowas bisher noch nicht gegeben“, sagt Behling über die Aktion. Es gebe viel Zuspruch und auch finanzielle Unterstützung von anderen Vereinen, sagt er – unter anderem ist der Essener Verein FC Kray Kunstrasenpate und hat 600 Euro gespendet. Die Spendenaktion ist auch ein Stück weit der Verzweiflung geschuldet. Seit Jahren wünscht sich der Verein einen Kunstrasenplatz – doch die Kassen der Stadt sind leer. Die Verwaltung sucht nach Lösungen und plant, lediglich den Ascheplatz zu sanieren. Wann und in welchem Umfang, ist allerdings unklar.

Zunächst müsse das Sportamt den Haushaltsbeschluss des Rats abwarten, sagt Amtsleiter Klaus Retsch. Erst dann wisse man, welche Mittel für Sanierungen der rund 100 Bochumer Sportplätze im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Wann eine Entscheidung falle, sei derzeit noch nicht abzusehen, so Retsch. In Gesprächen mit dem Verein habe die Stadt eine Sanierung frühestens 2016 in Aussicht gestellt, sagt TuS-Geschäftsführer Bernd Kaczorowski. „Die Situation ist natürlich nicht zufriedenstellend. Die Spendenaktion ist für uns die einzige und letzte Möglichkeit. Es geht an die Substanz des Vereins.“ Mannschaften aus dem Seniorenbereich tragen ihre Heimspiele mittlerweile – trotz Ausnahmegenehmigung des Fußballkreises – häufig auf anderen Plätzen der Stadt aus, da viele TuS-Spieler und Gästemannschaften sich über den Platzzustand und die Größe beschwert hätten, sagt Kaczorowski. Dem Verein fehlten so auch Eintrittsgelder und Erlöse aus Getränke- und Essensverkäufen.

Nach Angaben von Behling gehe es mittlerweile um die Zukunft des TuS Harpen. Er fürchtet, dass irgendwann der Nachwuchs ausbleibt und Eltern ihre Kinder in anderen Vereinen anmelden. „Die Jugendmannschaften spielen nach wie vor alle auf dem Ascheplatz. Es gibt häufig Beschwerden über die katastrophalen Zustände.“ Doch dass mit der Spendenaktion genug Geld für den Bau eines Kunstrasenplatzes zusammen kommt, glaubt Behling nicht. Die Aktion sei vielmehr ein Signal an die Stadt und Politik, sagt Kaczorowski. „In vielen Gesprächen fiel immer wieder der Satz: ‚Auch von Euch muss ein Zeichen kommen.’“ Ob das reicht, damit der Wunsch nach einem Kunstrasenplatz in Erfüllung geht? Bei der Frage gehe es nicht nur um die Finanzierung eines Kunstrasenplatzes, „sondern auch um die sportfachliche und sportpolitische Bewertung der Notwendigkeit“, heißt es aus dem Sportamt im Behördendeutsch. Eine hoffnungsvolle Perspektive für den Verein ist das nicht. 

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