Uchida eröffnete Dortmunder Mozart-Fest

Konzerthaus Dortmund

Das ältere Dortmunder Konzertpublikum kennt Pianistin Mitsuko Uchida schon 25 Jahre. Zum Mozartjahr 1991 hat die Japanerin bei der Dortmunder Mozart-Gesellschaft in einem eindrucksvollen Zyklus alle Mozart-Klaviersonaten gespielt. Es war damals großartig, wie klar und strukturiert sie Mozart klingen ließ.

DORTMUND

, 27.11.2016, 11:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitsuko Uchida

Mitsuko Uchida

Heute ist das Spiel der großen Dame des Mozart-Spiels noch immer klar, wenn auch mit viel rechtem Pedal leicht, aber geschmackvoll romantisiert. Am Freitag eröffnete sie im Konzerthaus Dortmund ein viertägiges Mozart-Fest mit drei Konzerten (Mozart-Gesellschaft und Philharmoniker) und einer Oper ("Zauberflöte") mit zwei der unbekannteren Klavierkonzerte des Salzburger Komponisten.

Temperamentvolles Dirigat

Aus dem G-Dur-Werk KV 453 zu Beginn, das für eine Klavierschülerin komponiert worden ist und musikalisch nicht so spritzig klingt wie viele der anderen 26 Klavierkonzerte von Mozart, so viel Frische lugen zu lassen, war eine Kunst. Vom Klavier aus leitete Uchida die 35 Musiker des Mahler Chamber Orchestra.

Und die Japanerin dirigiert genauso freudig, wie sie Klavier spielt. Im C-Dur-Klavierkonzert KV 503 von Mozart wirkte das noch temperamentvoller. Beeindruckend war, wie sensibel und sorgsam Uchida langsame Sätze ausformte und das Klavier zum Singen brachte.

Muntermacher

Dazwischen stand Bartóks Divertimento für Streichorchester, vom Mahler Chamber Orchestra ohne Dirigent, impulsiv im Stehen gespielt. Ein Muntermacher ist dieses, im ersten und dritten Satz von ungarischer Volksmusik inspirierte Werk.

Dazwischen steht ein bemerkenswertes Lamento, zwei Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs komponiert. Wunderbar innig und intensiv ließ das Orchester die Musik da durch Moll-Klangwelten mäandern. Und das passte wiederum vortrefflich zu Uchidas Interpretationen der langsamen Sätze in den Mozart-Konzerten.

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