Über 100 Jahre altem Haus droht Abriss

Schrottimmobilie

Eingestürzte Decken, herabfallende Steine: In Bochum muss wohl ein über hundert Jahre altes Wohnhaus abgerissen werden. Der Besitzer wehrt sich zwar noch, es sieht aber nicht gut aus. Nun entscheidet ein Gericht.

BOCHUM

20.06.2015, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Über 100 Jahre altem Haus droht Abriss

Schrottimmobilien an der Dannenbaumstraße in Bochum-Laer.

Das Haus steht in der Dannenbaumstraße, direkt neben dem alten Opelwerk. Der Anblick ist ein echtes Trauerspiel. Die letzten Bewohner sind vor mindestens 20 Jahren ausgezogen, seitdem verfällt das Gebäude immer mehr. Inzwischen traut sich nicht einmal der Statiker der Stadt hinein. „Das ist lebensgefährlich“, sagt er. Die Fußböden seien völlig marode, Mauern und Dach in einem katastrophalen Zustand. „Alles ist akut einsturzgefährdet“.

Die Stadt hat den Besitzer bereits im November 2014 ultimativ aufgefordert, das Gebäude innerhalb von vier Monaten abzureißen. Sogar ein Zwangsgeld von 20.000 Euro wurde schon festgesetzt. Statt die Bagger anrollen zu lassen, ist der Hausbesitzer jedoch erst einmal vor Gericht gezogen und hat gegen die Abrissverfügung geklagt.

Bitte um mehr Geduld

Im Prozess vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bat sein Anwalt nun vor allem um mehr Geduld. „Es gibt wieder Gespräche mit Interessenten, die eine Kernsanierung anstreben“, sagte er den Richtern. „Da geht es wohl um eine Kindertagesstätte.“

Mehr Zeit will die Stadt dem Hausbesitzer jedoch nicht geben. „Wir haben kein Vertrauen mehr in den Mann“, hieß es im Prozess. Schließlich sei man schon so oft enttäuscht worden. Das Haus in der Dannenbaumstraße beschäftige das Bauordnungsamt immerhin schon seit den 1970er Jahren.

Noch ist das Urteil nicht gesprochen. Sollten die Richter die Klage des Hausbesitzers jedoch abweisen, sind die Tage des Hauses endgültig gezählt. Notfalls will die Stadt den Abriss-Job auch selbst übernehmen – und anschließend eine Rechnung schicken.