Über 90 Veranstaltungen zur Suchtprävention

Krisenhilfe Bochum

Sucht hat immer eine Geschichte. An diesem Leitsatz orientiert sich die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Krisenhilfe Bochum, die jetzt eine Aktionswoche ins Leben gerufen hat. Die Veranstaltungen sind Teil einer Kampagne, bei der über 90 verschiedene Aktionsveranstaltungen mit Kooperationspartnern folgen.

BOCHUM

von Von Vivian Müller

, 06.11.2013, 18:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sucht hat viele Gesichter: Ob der Flachmann in der Schreibtischschublade, das Spiel am Automaten nach Feierabend oder der Joint zwischendurch.

Sucht hat viele Gesichter: Ob der Flachmann in der Schreibtischschublade, das Spiel am Automaten nach Feierabend oder der Joint zwischendurch.

So hat Silvia Wilske, Leiterin der Krisenhilfe Bochum, das Projekt Papilio ins Leben gerufen, in dem Betreuer lernen, ihr eigenes Erziehungsverhalten zu verbessern, um Sucht und Gewalt bei Kindergartenkindern vorzubeugen. Hans-Jürgen Hallmann, Geschäftsführer der Suchtvorbeugung NRW, beschäftigt sich mit Problemen und Auslösern von Suchtkrankheiten in der Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen. Ein Aspekt ist die Identitätsfindung. Die Jugendlichen probieren verschiedene Lebensstile aus und geraten bei einem unstabilen sozialen Umfeld und untypischen Problemen, denen sie nicht gewachsen sind, oft in Kontakt mit Suchtmitteln.

Auch von Medien geht eine Suchtgefahr aus. Bei sozialen Netzwerken wie Facebook wird ein „Digitales Ich“, ein positives Bild, von sich selbst erschaffen, um Anerkennung und Selbstwertgefühl zu steigern. Negative Aspekte gehen mit Schwäche einher. Die Auswirkungen dieser Faktoren sind erschreckend. Jeder sechste Jugendliche fühlt sich depressiv, 600 000 Jugendliche in Deutschland sind Cannabisabhängig, der Verkauf von Designerdrogen steigt. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass man nach 20 Uhr gar nicht mehr ohne Bierflasche in die Bahn steigen darf“, so Hahlmann.

Er und seine Kollegen haben aber durchaus positive Rückmeldungen bekommen, wenn es um die Zahl der Betroffenen geht, die in den vergangenen Jahren Unterstützung bei der Krisenhilfe gesucht haben. Er hofft, dass die Zahl derer, die mit ihren Problemen Hilfe suchen, weiter steigt.

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.