Über das Märchen vom Geld, das glücklich macht

Ausstellung im Lehmbruck-Museum

Hans im Glück war der Junge, der seinen Besitz so lange tauschte, bis er nichts mehr hatte – und erst dann richtig glücklich war. Doch was bedeutet es, Glück zu haben? Wie verhält sich das Glück zum Geld? Und was hat die Kunst damit zu tun? Eine neue Ausstellung im Lehmbruck-Museum versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden.

06.03.2014, 18:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Über das Märchen vom Geld, das glücklich macht

Die Plastik von Salvador Dalí zeigt den Kopf Dantes - statt mit einem Lorbeerkranz mit Löffeln gekränzt.

Sie alle stellen mit Skulpturen, Installationen, Objektkunst, Fotografien und Videoarbeiten die Bedeutung des Geldes infrage. Und die einzelner Werke, die für Millionen auf dem Kunstmarkt gehandelt werden. „Durch die Ausstellung wird auch das Objekt als Fetisch hinterfragt“, erklärt Direktorin Söke Dinkla. Doch was ist ein wertvolles Kunstwerk? Oft wird es erst durch die Signatur zu einem solchen gemacht. Wie absurd das ist, zeigt die japanische Künstlerin Takako Saito. Für die Ausstellung hat sie einen Marktstand im Museum aufgebaut: Hier verkauft sie Kokosschalen und Teller, die die Besucher kaufen und befüllen können. Dann signiert sie das „Kunstwerk“ – und der Käufer ebenfalls. Saitos Message: Jeder kann Künstler sein, wenn er nur unterschreibt.

Der Grieche Stefanos Tsivopoulos hat sich einem anderen Problem verschrieben: Er macht mit einem Video auf die Finanzkrise in seiner Heimat aufmerksam. Darin sieht man einen afrikanischen Einwanderer, der Schrott sammelt, um zu überleben. Bis er eines Tages Geld in einer Mülltonne findet – und sein Glück kaum fassen kann. Später wird klar: Das Geld stammte von einer reichen, an Demenz erkrankten Kunstsammlerin, die Geldscheine zu Blumen faltete und sie schließlich wegwarf. Weil sie vergessen hatte, welchen Wert das Geld in der Gesellschaft hat. Armut auf der einen Seite, Überfluss auf der anderen: Es ist wie ein modernes Märchen, wenn wie im Film die Grenzen dazwischen verwischen

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