Überirdischer Rekord für Ausstellung „Wunder der Natur“

Gasometer Oberhausen

Lange hatten die Verantwortlichen der Ausstellung „Wunder der Natur“ darauf hingearbeitet, am 6. Juli war es dann soweit. Der Gasometer Oberhausen hat die Marke von einer Million Besuchern geknackt. Eine angehende Astronautin aus Bonn gratulierte den Jubel-Gästen.

OBERHAUSEN

, 06.07.2017, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Minute braucht der Aufzug im 110 Meter hohen Gasometer bis zur zehnten Etage. Zeit, in der die Besucher an der Erdkugel vorbeisausen, sie unter sich lassen und von weit oben auf sie herabblicken können. Eine Minute, in der sich die Welt für die Besucher des Gasometers ständig verändert. Sei es Wolkenbildung oder Tag-/Nachtwechsel. Es ist ein Gefühl der Sehnsucht, das einen als Besucher beschleicht.

Ein Gefühl, das Insa Thiele-Eich bald womöglich noch besser kennenlernen wird. Sie ist eine von zwei Kandidatinnen, die bis 2019 ihre Ausbildung zur Astronautin am Deutschen Zentrum Luft- und Raumfahrt absolvieren. Und eine von ihnen wird ein Jahr später als erste deutsche Frau den Planeten von oben sehen.

Vater war schon im Weltraum

Nicht im Gasometer, sondern im Weltraum. Ein Traum für die 34-jährige Meteorologin, deren Vater Gerhard Thiele im Jahre 2000 eine Spaceshuttle-Mission geflogen ist. "Als ich von der Ausstellung gehört habe, war ich noch gar nicht zur Astronautin ausgewählt und wusste trotzdem, dass ich hierhin muss", erklärte Thiele-Eich und führte aus: "Dieser Blick auf die Erde ist schon so gewaltig, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie das getoppt werden soll."

Ähnlich überwältigt waren auch die beiden Familien Winterfeld und Masur aus Halle an der Saale, die mit ihrer Familienkarte die millionsten Besucher sind. Kurator Peter Pachnicke sprach davon, dass eine erfolgreiche Ausstellung "die Menschen bis in ihre Sehnsuchtsvorstellungen hinein zutiefst beschäftigen muss".

Endlose Weiten wecken Sehnsucht

Und es gibt wohl wenig, dass mehr Sehnsüchte weckt, als die endlosen Weiten des Weltraums. Sowohl bei Besuchern als auch bei Astronautinnen wie Insa Thiele-Eich, deren Vater ihr schon viel über den Blick auf den blauen Kontinent erzählt hat. "Das Besondere auf der Raumstation ist, dass man gar nicht mehr mit der Erde verbunden ist", sagte sie, während sie auf den bunten Ball inmitten der schier ewigen Dunkelheit des Gasometers starrt: "Der Blick auf die Erde und die Stimmung im Raum - es ist toll, was hier kreiert wurde."

Es sei die erste Ausstellung im Gasometer, die die Million-Grenze knackt, betonte Geschäftsführerin Jeanette Schmitz. Neben der riesigen Erdkugel lockten seit März 2016 auch 150 großformatige Natur-Fotos in die Ausstellung. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Ausstellung "Sternstunden" die magische Marke knapp verpasst.

"Es gibt nur ganz wenige Wechselausstellungen in Deutschland, die überhaupt eine solche Zahl an Besuchern anlocken", sagte Jeanette Schmitz. Vor "Wunder der Natur" in Oberhausen hatte zuletzt das New Yorker Moma mit einer Ausstellung in Berlin 2004 eine siebenstellige Besucherzahl erreicht.

Gasometer Oberhausen: "Wunder der Natur", bis 30.11., Arenastraße 11, Di-So 10-18 Uhr, Mo-Fr in den Ferien geöffnet. Eintritt 10 (ermäßigt 7) Euro, Familien (2 Erwachsene, bis zu 5 Kinder) 23 Euro. www.gasometer.de