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Überlebenskämpfe auf dem Planet der Affen

Im Kino

Ist der Mensch in seiner Arroganz, Gier und Brutalität die Krone der Schöpfung? Er glaubt sich allen Wesen überlegen, wähnt sich im Besitz höherer Moral, handelt aber wie ein Ausbeuter und Schinder. In keinem Film der Serie wurde das so deutlich wie im neuen „Planet der Affen“.

31.07.2017 / Lesedauer: 3 min
Überlebenskämpfe auf dem Planet der Affen

Grimmig geht er ins Gefecht: Affen-Anführer Caesar (Andy Serkis) hat seine Freunde um sich geschart.

„Survival“ ist eine düstere Parabel, fast schon ein Lehrstück, das unserer Spezies den Spiegel vorhält. Frühere Filme haben das auch getan, aber hier kulminiert die Abrechnung mit dem Homo sapiens in einem Szenario, das an das Grauen der Konzentrationslager erinnert.

Wir schreiben das soundso-vielte Jahr nach einer Virus-Epidemie, die große Teile der Menschheit auslöschte oder in stammelnde Idioten verwandelt hat. Irgendwo in verschneiter Wildnis steht das Camp einer Soldateska, die von einem Offizier (Woody Harrelson) befehligt wird, der sich als Herr über Leben und Tod aufspielt. Parallelen zu Marlon Brandos Colonel Kurtz und sein Schreckensregiment in „Apocalypse Now“ scheinen gewollt.

„Wir sind keine Wilden“

Mit seiner Truppe hat der Kerl ein Lager der Affen angegriffen - mit diesem Überfall beginnt der Film von Matt Reeves. Die Primaten unter ihrem Anführer Ceasar (Andy Serkis, der schon Gollum die Mimik verlieh) wehren die Attacke ab und machen Gefangene, die sie mit einer Botschaft zu ihrem Boss schicken: „Lasst uns die Wälder und das Töten hört auf. Wir sind keine Wilden!“

Eben. Die wahren Wilden sind die Menschen. Die greifen ein zweites Mal an und töten Caesar Sohn, was den Vater vor Wut schäumen lässt. Sehr beredsam, wie sich dessen, also Serkis‘ Miene nun verfinstert. Er will sich rächen am Mörder seines Kindes. Ceasar und Gefährten reiten los, durch ein Winter-Setting, das an Corbuccis „Leichen pflastern seinen Weg“ denken lässt und das Endzeit-Apokalypse-Flair von „The Road“.

Affen als Versuchskaninchen

Unterwegs lesen die Affen ein Kind auf, das sie adoptieren. Dass die Kleine sich an die pelzigen Reiter klammert, zeigt, wie sie zu ihrer Ersatzfamilie steht. Ceasar entdeckt ein KZ für Affen, die hinter Stacheldraht vegetieren und das Lager des Colonels zur Festung ausbauen.

Sie bekommen weder Wasser noch Nahrung, dafür schmecken sie die Peitsche. Wie ein Dr. Mengele benutzt der Colonel die Gefangenen auch als Versuchskaninchen. Wer hat Moral und Ethik auf seiner Seite? Spannend, rührend, eindringlich liest der Film der Menschheit die Leviten: Humanismus im Gewand von Action und Fantasy, sehenswert.