Ukraine fordert von Deutschland militärische Hilfe

Russland-Konflikt

Seit Jahren befindet sich die Ukraine in einem kriegerischen Konflikt mit dem Nachbarn Russland. Jetzt fordert der ukrainische Außenminister Prystajko militärische Unterstützung von Deutschland.

Berlin

von Marina Kormbaki

, 27.12.2019, 12:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ukraine fordert von Deutschland militärische Hilfe

Die Ukraine (r.) ist seit Jahren im kriegerischen Konflikt mit Russland (l.). Laut Außenminister Prystajko unternehmen die EU und Deutschland zu wenig dagegen. © Paul Zinken/dpa

Die Ukraine fordert von Deutschland militärische Unterstützung im Konflikt mit Russland. „Wir sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung aus Deutschland und das politische Engagement der Bundesregierung.

Unsere Bitte um militärische Hilfe wurde leider abgelehnt“, sagte der ukrainische Außenminister Wadym Prystajko dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich hoffe, dass Berlin diese zurückhaltende Position überdenkt und sich doch entschließen wird, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu stärken“, betonte er.

Prystajko: Ukraine ist in existenzieller Gefahr

Prystajko, der seit Ende August dem Kabinett von Präsident Wolodymyr Selenskyj angehört, sieht die Ukraine in existenzieller Gefahr. „Denn es geht um unser Überleben als Nation“, sagte er. „Deutschland und die EU haben sehr viel für uns getan. Aber eben nicht genug, um das Sterben von Menschen zu beenden. Wir beklagen 13.000 Tote, und es werden täglich leider mehr“, sagte der langjährige Spitzendiplomat.

Zugleich zeigte sich der ukrainische Außenminister irritiert darüber, dass nur eine Minderheit in Deutschland die nach der Krim-Annexion verhängten Russland-Sanktionen gutheißt: „Ich weiß um das schlechte Gewissen, das die Nazi-Besatzung der Sowjetunion den Deutschen noch heute bereitet. Das Dritte Reich tötete Millionen Menschen, darunter auch viele Russen. Aber wissen Sie was? Das Volk, das im Zweiten Weltkrieg wohl am meisten gelitten hat, war eben die Ukraine, wir haben bis zehn Millionen Menschen verloren“, betonte er. „Es braucht die Sanktionen, damit die Russen am Verhandlungstisch bleiben“, sagte Prystajko.

Sein Land öffne sich für Investitionen: „Deutsche Unternehmer auf der Suche nach Alternativen zum russischen Markt sind willkommen“, sagte Prystajko im Interview mit dem RND.

RND