Unbeschwerte Ferien-Momente auf Papier eingefangen

Düsseldorfer Museum Kunstpalast

"Sommersonne" nannte Karl Schmidt-Rottluff sein expressionistisches Aquarell von 1909, das den Oberkörper einer entspannt sitzenden Frau zeigt. Und diesen Titel trägt auch die Grafik-Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast.

DÜSSELDORF

04.08.2016, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die mehr als 60 Blätter von 43 Künstlern aus den Beständen der Grafischen Sammlung thematisieren die Sommerfrische und -freuden, laden den durch die Schau flanierenden Besucher ein, sich an die eigenen Ferien zu erinnern.

Die Kunstgattung Grafik ist durch ihre Unmittelbarkeit dafür prädestiniert, flüchtige Impressionen einzufangen. Und für unbeschwerte Momente, kleine Fluchten aus dem Alltag, für Leichtigkeit schlechthin steht die Jahreszeit Sommer - und die lässt sich an den Werken ab 1900 ablesen.

Von Otto Muellers bis Heinrich Zille

Da gibt es Otto Muellers Farblithografie "Fünf Akte am Wasser" (1912). Heinrich Zille hielt Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer Kohlezeichnung das muntere Treiben in einem Berliner Luftbad fest. An den Stränden war es auch damals schon recht voll, wie James Ensors humorvolle Radierung von 1899 zeigt: eine Art Wimmelbild vom Badestrand in Ostende.

Die Sonne genießen nicht nur Schmidt-Rottluffs Dame im Stuhl, sondern auch die Nackten auf den zwei Farbsiebdrucken vom Pop-Art-Künstler Tom Wesselmann aus den 60er-Jahren. Das Licht des Sommers eingefangen haben die Künstler Rupprecht Geiger und Josef Albers in abstrakter Form: ein orange-rotes Kreisviertel und ein gelbes Quadrat.

Das großformatige, poppige Gemälde "Sur la plage" (1962) von Martial Raysee ergänzt die Grafiken ebenso wie ein Strandhäuschen vom Designer Also Rossi und ein witziger Film über die Bademoden der vergangenen Jahrzehnte.Britta Helmbold

Museum Kunstpalast Düsseldorf: "Sommersonne", bis 23.10., Ehrenhof 4-5, Di-So 11-18 Uhr, Do bis 21 Uhr.www.smkp.de