„Underworld“ geht mittelmäßig weiter

Neu im Kino

Ewig tobt der Kampf Vampire gegen Werwölfe, im Kino immerhin seit vier Filmen. Auch im fünften Teil der "Underworld"-Saga platzen Lykaner aus ihren Klamotten, ihnen wächst eine Schnauze, fertig ist die grimmige Wolfsbestie.

05.12.2016, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Amazone in Latex und Leder: Kate Beckinsale spielt erneut die Vampir-Kriegerin Selene.

Eine Amazone in Latex und Leder: Kate Beckinsale spielt erneut die Vampir-Kriegerin Selene.

Der Vampiradel verschanzt sich in seinen Ordensburgen, lässt vor Sonnenaufgang die Rollläden herunter und glaubt sich unangreifbar. Schlüsselfigur im jüngsten Kapitel ("Blood Wars") ist wieder die von Kate Beckinsale gespielte Selene, deren Blut kostbar ist, weil es Merkmale beider Rassen trägt und Vampiren eine Existenz im Tageslicht ermöglicht.

Gleiches gilt für das Blut ihrer Tochter, hinter der nicht nur die Lykaner her sind.

Grob gezimmerter Plot

Der grob gezimmerte Plot definiert den Handlungsrahmen, innerhalb dessen Action und Intrigen ausgefochten werden. Werwölfe greifen an, unter den Blutsaugern gibt es Verräter und Verschwörer.

Mit der deutschen Kamerafrau Anna Foerster sitzt eine Expertin für perfekt gestylte Oberflächen im Regiestuhl, die dem Look der Vampir-Aristokraten ein Gepränge zwischen Gruftie-Gothic und S/M-Fetischmode gibt.

Beim Tanz der Vampire tragen die Nachtschattengewächse Leder und Latex wie zur Dark Wave-Party.

Die Vampire des Nordens sind weißblonde Grottenolme, morbide Ausgaben von Peter Jacksons Elfen aus "Herr der Ringe".

Geburt in der Trickkiste

Nicht so makellos de luxe wie Kostüm und Ausstattung sind die Effekte. An den Panoramen der Eiswüste gibt es nichts zu nörgeln, doch die Wolfsmutationen zeigen flimmernde Unschärfen, die die Geburt in der Trickkiste verraten. Kameragefuchtel und Schnitt-Stakkato prägen die Kampfsequenzen.

Was den Film schwächt, ist das Fehlen eines Erzählrhythmus'. Er kennt leider bloß Schnappatmung (Action) oder Verschnaufpause (Blabla) und landet auch deshalb nur im Mittelfeld.