Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Uni erstattet Anzeige gegen unbekannte E-Mail-Verschicker

E-Mail sollte aufklären

Die Zwangsaufklärung von Studenten während einer Vorlesung hat nicht gereicht. Nun bekamen RUB-Studenten eine E-Mail, die sie darüber aufklärt, dass ein Neonazi an der Ruhr-Universität studiert (wir berichteten). Wer dahinter steckt, das weiß die Uni nicht. Aber sie geht rechtlich gegen die Aktion vor.

QUERENBURG

von Von Sebastian Ritscher

, 10.12.2013 / Lesedauer: 3 min
Uni erstattet Anzeige gegen unbekannte E-Mail-Verschicker

Die Ruhr-Universität stellt Anzeige gegen Unbekannt. Grund ist eine E-Mail, die am Sonntag viele Studenten erreicht hat. In ihr wurden sie darüber aufgeklärt, dass ein bekennender Neonazi an der RUB Jura studiert. Wie die Unbekannten an die E-Mail-Adressen gekommen sind, ist unklar.

Vieles ist unklar, eines steht fest: „Die Uni wird Anzeige gegen Unbekannt erstatten“, so der Pressesprecher. Momentan beschäftige sich der Uni-Justiziar mit dem Fall. Neben E-Mails haben sich Unbekannte angeblich eines weiteren Mittels bedient, um die Studentenschaft über den Dortmunder Neonazi in ihren Reihen zu informieren. Laut eines Bekennerschreibens, das unserer Redaktion vorliegt, haben sie vergangenen Donnerstag „die Datentechnik der RUB ein klein wenig sabotiert“. Um 8.05 Uhr sollen alle Beamer in den großen Hörsälen ein Video gezeigt haben, auf dem die Tumulte in der Jura-Vorlesung zu sehen sind. Anschließend soll der Dortmunder Neonazi gezeigt worden sein. Wylkop hegt Zweifel an der Aktion. „8.05 Uhr ist keine publikumswirksame Zeit“, so der Sprecher. Zudem seien die großen Hörsäle längst nicht alle besetzt gewesen und eine Manipulation unwahrscheinlich: „Man müsste vor Ort sein und den Beamer mit einem Infrarotsignal umschalten.“ Zudem habe er von niemandem diesen Vorfall bestätigt bekommen.

Neben den selbsternannten Aufklärern beschreitet auch die Uni neue Wege. Wylkop dazu: „Der Asta und das Rektorat wollen zum Sommersemester eine gemeinsame Kampagne starten.“ Die soll an ein Modell der Uni Bielefeld angelehnt sein. Dessen Titel: „Uni ohne Vorurteile“ Wie die Kampagne genau aussehen soll, konnte Wylkop jedoch noch nicht sagen.