Uni und Hochschulen reagieren auf Beschluss

Wegfall der Studiengebühren

Die Studierenden freuen sich: Die rot-grüne Landesregierung schafft die Studiengebühren ab. Ab kommendem Wintersemester fallen sie weg. Darauf müssen sich nun Bochums Uni und die Hochschulen einstellen. So sind die Reaktionen.

BOCHUM

von Von Karin von Cieminski und Jürgen Koers

, 26.02.2011, 09:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Studenten, die bisher gegen Studiengebühren protestierten, dürften zufrieden sein mit dem Wegfall der Gebühren für das Studium. Die Hochschulen aber brauchen jetzt einen Ausgleich.

Die Studenten, die bisher gegen Studiengebühren protestierten, dürften zufrieden sein mit dem Wegfall der Gebühren für das Studium. Die Hochschulen aber brauchen jetzt einen Ausgleich.

  • „Wir gehen davon aus, dass wir die Summe in gleicher Höhe kompensiert bekommen“, reagierte gestern Josef König, Pressesprecher der Ruhr-Universität, auf die Nachricht. Schließlich haben die Politiker genau dies versprochen. Bisher erhebt die RUB eine Studiengebühr von 480 Euro. Dass der Gebühren-Wegfall für einen Ansturm bei den Einschreibungen sorgt, glaubt er nicht. Einen Ansturm erwartet er aus anderen Gründen: die größere Neigung zu studieren, die Abschaffung der Wehrpflicht und der doppelte Abitur-Jahrgang im nächsten Jahr.
  • An der Evangelischen Fachhochschule (EFH) müssen die Studierenden bislang 300 Euro pro Semester berappen. Ein verminderter Beitrag „aus sozialen Gründen“, so Sprecherin Christine Fernkorn. Die EFH will nun abwarten, wie die vom Land in Aussicht gestellte Kompensationsleistung ausfällt, vorher seien alle Aussagen Spekulation.
  • Erstes Semester, erste Änderung: Das gilt für die Hochschule für Gesundheit (HSG). 300 Euro fallen für die Studierenden an der neu gegründeten Lehrstätte an. Für das kommende Wintersemester müssen gleich wieder neue Pläne her, heißt es aus der Pressestelle. An der HSG seien noch keine Stellen von der Gebühr finanziert worden.
  • Vermutlich weniger Bürokratie für den Studierendenservice, ob denn auch alle bezahlt haben, dafür mehr Zeit für Beratung, das vermutet Detlef Bremkens, Pressesprecher der Hochschule Bochum. Die nimmt 400 Euro Studiengebühr. Ein Teil fließt in eine Studienbeitragsstiftung, die Stipendien vergibt. „Die Zukunft der Stiftung muss jetzt, da es keine Studiengebühr mehr gibt, geklärt werden“, sagt Bremkens. Das gelte auch für NRW- und Bundesstipendien. Er bezweifelt, dass die Politik ihr Versprechen vom gleichen Kompensationssatz einhalten wird.
  • An der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola sind die Gebühren „sozialverträglich und leistungsorientiert“ gestaffelt, so TFH-Präsident Prof. Jürgen Kretschmann. Die Studierenden zahlen Null bis 500 Euro Studiengebühr. Kretschmann befürchtet eine Rückkehr zu früheren Problemen: „Scheinstudierende, die noch im 20. Semester eingeschrieben sind. Die waren mit Gebühren-Einführung größtenteils verschwunden.“ Dagegen plane er Maßnahmen.