Unicef: Spendensiegel und Vertrauen verloren

WITTEN Aus dem Radio erfuhr Andrea Michalak, die Vorsitzende der Wittener Unicef, dass ihrer Hilfsorganisation das Spendensiegel wegen mangelnder Transparenz verloren hat. Das war für sie und ihre zehn Mitstreiterinnen aus der Ruhrstadt ein großer Schock.

von Von Susanne Linka

, 22.02.2008, 13:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unicef: Spendensiegel und Vertrauen verloren

Den Büroraum an der Rheinischen Straße darf Unicef umsonst nutzen, und die Ehrenamtlichen zahlen teilweise das Mineralwasser selbst, mit dem sich die Wittener Schüler bei ihren Spendenläufen für die Hilfsorganisation erfrischen.

Den Büroraum an der Rheinischen Straße darf Unicef umsonst nutzen, und die Ehrenamtlichen zahlen teilweise das Mineralwasser selbst, mit dem sich die Wittener Schüler bei ihren Spendenläufen für die Hilfsorganisation erfrischen.

"Uns wurde immer gesagt, dass von den Spendengeldern nur acht Prozent in die Verwaltung fließen. Der Rest komme als Hilfe an", setzt die Vorsitzende inzwischen ein Fragezeichen hinter diese Angaben.

Kein Vertrauen in den Vorstand mehr

Das Vertrauen in den alten Kölner Vorstand sei nun wegen der mangelnden Transparenz in seiner Arbeit dahin. Sollte er nicht die Konsequenzen ziehen, kann auch Andrea Michalak sich vorstellen, künftig das Lager zu wechseln: "Ich frage mich seit Beginn der Krise schon manchmal: Warum hilfst du nicht besser dem Kinderhospiz?"

Doch eigentlich widerstrebt ihr das, denn sie hat die Arbeit von Unicef im Laufe der Jahre schätzen gelernt: "Wenn es irgendwo auf der Welt eine Katastrophe gibt, gehört unserer Organisation stets mit zu den ersten, die hilft."

Wie sie denken auch die übrigen neun Wittener Mitglieder. Zwei weitere haben sich aber schon verärgert zurückgezogen.