Universität veranstaltete Zukunftskonferenz Food

WITTEN Die Uni Witten/Herdecke lud am Mittwoch zu einem Kongress besonderer Art: zur Zukunftskonferenz Food. Das Forschungszentrum will damit den Dialog zwischen Produzenten und Handel fördern. Der Einladung folgten neben u.a. Edeka und die Teutoburger Ölmühle.

von Von Susanne Linka

, 04.09.2008, 07:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Handel und Industrie sollten künftig gemeinsam mehr auf Nachhaltigkeit setzen, finden Edeka-Chef Markus Mosa (Mitte), Dr. Christian Geßner (l.) und Dr. Axel Kölle.

Handel und Industrie sollten künftig gemeinsam mehr auf Nachhaltigkeit setzen, finden Edeka-Chef Markus Mosa (Mitte), Dr. Christian Geßner (l.) und Dr. Axel Kölle.

Seine Ergänzung zum bekannten Werbespruch der Einzelhandelskette regte der Ibbenbürener Hersteller von hochwertigen Raps-Kernöl am Mittwoch bei der Zukunftskonferenz Food an der Universität Witten/Herdecke an. Die Hochschule konnte 75 Teilnehmer aus der Nahrungsmittelbranche begrüßen, Handel und Hersteller waren vertreten. „Wir müssen beim Verbraucher gemeinsam ankommen“, fordert Ölmühlen-Chef Raß ein Zusammenrücken beim Marsch in Richtung Nachhaltigkeit, dem schonenden Umgang mit den Ressourcen. Gemeint sei damit nicht nur eine Bioproduktion: „Was nutzt es, wenn etwas biologisch produziert und dann um den halben Globus transportiert wird?“

Raß selbst achtet auch auf den umweltfreundlichen Transport seiner Produkte sowie auf vernünftige Arbeitsverhältnisse im Unternehmen und wünscht sich, so wie andere Hersteller, mehr Unterstützung durch den Handel: „Warum nicht Regale für Produkte aus nachhaltiger Produktion einrichten?“ Mehr Platz in den Regalen für die Anbieter der hochwertigen und teureren Ware sei zudem wünschenswert: „Es muss die Bereitschaft geschaffen werden, für so etwas mehr Geld auszugeben.“ Denn natürlich könne nur nachhaltig wirtschaften, wer auch ökonomisch erfolgreich ist.

Dass sich nicht jeder Kunde die teureren Waren leisten kann, weiß auch Dr. Axel Kölle, der gemeinsam mit Dr. Christian Geßler an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ein Forschungszentrum zum Nachhaltigen Wirtschaften aufbauen möchte. Doch ein Umdenken biete Chancen für Umwelt, Kunden und Unternehmen. Das Forschungszentrum will den Dialog zwischen Produzenten und dem Handel fördern und den Auswirkungen des nachhaltigen Wirtschaftens nachspüren: „Wir wollen Erfolgsfaktoren am Beispiel der Nahrungsmittelbranche aufzeigen.“ Michael Raß ist überzeugt: „Der Wille dazu ist beim Handel vorhanden." Edeka-Chef Markus Mosa jedenfalls habe positive Signale ausgesendet.