Universität Witten/Herdecke unterstützt pflegende Beschäftigte

Mühseliger Teufelskreis

Immer mehr Beschäftigte trifft das Schicksal, einen nahen Verwandten pflegen zu müssen. Oft ganz plötzlich, wenn Schlaganfall oder Herzinfarkt von jetzt auf gleich das Leben umkrempeln. Ein mühseliger Teufelskreis zwischen Beruf und Familie beginnt.

WITTEN/KREIS

16.09.2014, 05:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Universität Witten/Herdecke unterstützt pflegende Beschäftigte

Wenn das eigene Heim zur Pflegestation für einen nahen Verwandten wird, krempelt sich häufig das ganze Leben um. Mit einem Beruf ist das nur schwer in Einklang zu bringen. Die Uni Witten/Herdecke will pflegende Mitarbeiter daher unterstützen.

Und die gibt es im Department für Pflegewissenschaft zuhauf. 22 der 40 Department-Mitarbeiter haben sich bereit erklärt, in der Beratung pflegender Beschäftigter mitzuarbeiten. „Alle haben ihr ganz spezielles Wissen rund um das Thema. Wir können relativ passgenaue Informationen für jeden Pflegefall anbieten“, so Bienstein. „Wir wissen, wo die Ecken und Kanten sind und wir wissen auch, wo Leistungen abrufbar sind und unter welchen Bedingungen.“ Für die Mitarbeiter der Universität und die Studenten nehmen Christel Bienstein und ihre Mitarbeiterin Nicole Ruppert den internen Beratungsdienst auf. Unter Zusage strengster Vertraulichkeit. Zudem gibt es einen Info-Ständer am Eingang der Uni, der ständig mit Aufsätzen und Schriften zu den unterschiedlichsten Pflege-Themen nachbestückt wird.

Christel Bienstein selbst hat jahrelange Pflege-Erfahrung und weiß um die vielen Tücken im Pflege-Alltag und die ungeheure Belastung für Berufstätige in Pflege-Verantwortung. „Wir wollen langfristig durchsetzen, dass pflegende Mitarbeiter ihr krankes Familienmitglied mit zum Arbeitsplatz nehmen können, ähnlich unserem Betriebskindergarten“, so Bienstein. „Uns ist es ein Anliegen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken. Wir möchten mit dieser Beratung Lösungen vorschlagen, denn wir sehen uns als Arbeitgeber in der Verantwortung“, begründet Ralf Bühler, Abteilungsleiter Personal und Recht, die Initiative. Die Uni Witten-Herdecke ist somit das 23. Unternehmen im Ennepe-Ruhr-Kreis, das an der Kampagne „Arbeit, Pflege, Leben“ des EN-Kreises teilnimmt.

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