Unna erhält mehr Geld von den Stadtwerken

3,2 Millionen Euro für die WBU

Schlussstrich bei der Eishalle, Projektstopp für ein neues Parkhaus und Bürogebäude am Bahnhof – die Wirtschaftsbetriebe Unna scheinen dieser Tage eisern sparen zu wollen. Dabei gibt die Ertragslage wenig Grund dazu: Die Stadtwerke als wichtigste Finanzierungsquelle der WBU werfen durch einen Sondereffekt mehr Geld ab als gewohnt.

Unna

, 04.07.2018 / Lesedauer: 3 min
Unna erhält mehr Geld von den Stadtwerken

Auch in Unna weiten die Stadtwerke ihr Engagement in der regenerativen Energieerzeugung aus. Sie übernehmen das vormalige Bürgerwindrat am Ostenberg. Foto: Archiv © Marcel Drawe

Der Jahresabschluss für 2017 ist nun von den Wirtschaftsprüfern bestätigt und veröffentlicht worden. Eine herausragende Kennzahl darin: Der Gewinn der Stadtwerke ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. 4,244 Millionen Euro können sie an ihre Eigentümer ausschütten. Es ist ein Plus von 1,027 Millionen Euro. Die Ausschüttungssumme und damit auch den Gewinnsprung teilen sich die WBU (76 Prozent) und die RWE (24 Prozent) entsprechend ihren Gesellschaftsanteilen.

Vor allem steuerliche Effekte haben diese Entwicklung möglich gemacht. Sie ergaben sich aus einer Betriebsprüfung der Jahre 2011 bis 2014 und senkten die Steuerbelastung der Stadtwerke um rund eine Million Euro. Ansonsten verläuft das Geschäft der Stadtwerke unterm Strich stabil. Beim Blick in die Details zeigen sich zudem einige Herausforderungen.

Dass das Energiegeschäft nicht leichter wird, spüren auch die Stadtwerke. Die Abgabemengen von Strom und Erdgas waren 2017 geringer als im Vorjahr. Drei Prozent weniger Strom verkauft – darin mag neben sparsameren Geräten auch die Konkurrenz durch freie Anbieter vom Markt zur Geltung kommen. Bei der Gasmenge spielt zudem die Witterung eine Rolle. Insgesamt verbrannten die Heizungen der Stadtwerkekunden 2017 fünf Prozent weniger Gas als im Vorjahr.

Umso wichtiger ist für die Stadtwerke der Erfolg in neuen Geschäftsfeldern und Beteiligungen. Über den Stadtwerke-Verbund Trianel ist Unnas Kommunalversorger an Energieerzeugern beteiligt, etwa am Windkraftpark bei Borkum. Ein Zukunftsgeschäft ist auch die Bereitstellung von Datennetzen: Wo die Telekom zögert, sind oft die Stadtwerke am Platz, um die eigenen Leitungstrassen auch für Breitbandkabel zu nutzen, deren Kapazitäten dann „vermietet“ werden können. Rechnet man Verbesserungen und Verschlechterungen im Jahresabschluss zusammen, halten sich diese im laufenden Geschäft die Waage. Der Kurs der Geschäftsführung hält die WBU-Tochter trotz widriger Witterung recht souverän in ruhigem Fahrwasser. Dass es für 2017 rund 32 Prozent mehr Geld auszuschütten gibt, hat wenig mit dem Verhältnis von Erträgen und Kosten zu tun, sondern ist vorwiegend angewandtes Steuerrecht.

Den Wirtschaftsbetrieben Unna kann es gleich sein: Sie können mit einem Ausschüttungsanteil von 3,2 Millionen Euro von den Stadtwerken für 2017 arbeiten. Innerhalb der WBU leisten die Stadtwerke damit einen Beitrag zur Finanzierung anderer Einrichtungen des Gemeinwohls. Vier Großgaragen und das Hallenbad am Bergenkamp gehören zu dem Leistungspaket der WBU. Zudem ist sie Immobilieneigentümerin der Eissporthalle, des Cafés Extrablatt, des Bürogebäudes am Busbahnhof und einiger Ansiedlungsflächen.

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