"Unreal" zeigt virtuelle Kunstwelten mit Zombies und Amöben

NRW-Forum Düsseldorf

Der Raum ist leer, an den Wänden sind einige Computer angebracht, und schwarze Kabel mit tauchermaskenähnlichen Datenbrillen hängen von den Decken. Einzig die poppig rot, gelb und grün gestrichenen Stellwände vermitteln einen Hauch von Atmosphäre. Sieht so das Kunstmuseum von morgen aus?

DÜSSELDORF

von Von Dorothea Hülsmeier

, 14.06.2017, 13:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Unreal" zeigt virtuelle Kunstwelten mit Zombies und Amöben

Dieses Foto zeigt einen virtuellen Anbau des NRW-Forums in Düsseldorf. Mit Hilfe der Datenbrille auf dem Kopf und einer Fernbedienung in der Hand können die Besucher den wolkigen virtuellen Erweiterungsbau sogar betreten.

Das NRW-Forum in Düsseldorf wagt mit der Ausstellung "Unreal" ein faszinierendes Experiment. Im Obergeschoss wurde für einige Wochen ein virtuelles Museum eingerichtet.

Bilder oder Fotografien wird man nicht finden. Aber man kann von diesem Raum aus mit Hilfe der Datenbrille auf dem Kopf und einer Fernbedienung, dem Controller, in der Hand einen wolkigen virtuellen Erweiterungsbau betreten. 

Man hebt den Fuß und schreitet ins Nichts

Darin wird man neue Kunstwelten finden, die von fünf internationalen Künstlern gestaltet wurden - aber am Computer. Entworfen hat den virtuellen Anbau der 27-jährige Manuel Roßner.

Eine riesige Treppe führt scheinbar in luftige Höhen. Man hebt den Fuß und schreitet ins - Nichts. Nein, man kann die Treppe nicht betreten, nur mit Hilfe des Tastendrucks auf dem Controller wird man näher in die Computer-Kunstwelt befördert.

Durch virtuelle Fenster auf den digitalen Rhein schauen

Der reale Radius, in dem sich der verkabelte Museumsbesucher in seiner Parzelle im Obergeschoss bewegen kann, beträgt drei Meter. In der virtuellen Kunstwelt aber führen gelbe Stege und schmale Pfade in immer neue fantastische Räume.

Echter Schwindel befällt einen, wenn man aus den virtuellen Fenstern auf den digitalen Rhein tief unten schaut. Zombies laufen in der Ferne, Fische schwimmen in der Luft und pinkfarbene Amöben-Tierchen krabbeln am Bein hoch.

Förderer der virtuellen Kunst sind schwierig zu finden

Man möchte sie mit der Hand wegschlagen und schlägt durch sie hindurch. Die virtuelle Welt ist wie ein Sog und lässt fast vergessen, dass man in Wirklichkeit in einem fast leeren Raum steht.

Förderer für virtuelle Kunst zu finden, sei aber noch schwierig, sagt Manuel Roßner. Ist es also die Kunst der Zukunft? "Es ist eine Kunst der Zukunft", sagt Alain Bieber, der Leiter des NRW-Forums. "Aber es wird nicht die einzige sein."

: "Unreal", bis 30.7., Ehrenhof 2, Mo-So 11-18 Uhr. Fr/Sa 11-20 Uhr. Eintritt zusammen mit der Ausstellung "Mythos Tour de France": Mo-Do 6 Euro, Fr-So 8 Euro.