Untermieterin holt Griesgram zurück ins Leben

Film "Frühstück bei Monsieur Henri"

Neu ist die Konstellation nicht: Alter Miesepeter lässt ein junges Ding als Untermieterin in seine Wohnung. Er übergießt sie mit sarkastischen Sprüchen, und als sie den Härtetest besteht, wird er zu einem väterlichen Freund. "Frühstück bei Monsieur Henri" ist ein Theaterstück, das Regisseur Ivan Calbérac für die Leinwand umgeschrieben hat.

21.07.2016, 15:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Untermieterin holt Griesgram zurück ins Leben

Noch sitzt er einsam am Küchentisch: Claude Brasseur bekommt im Film „Frühstück bei Monsieur Henri“ weibliche Gesellschaft.

Eine bittersüße französische Generationen-Komödie um zwei Melancholiker. Constance (eine Entdeckung: Noémie Schmidt) hält sich für eine Niete, weil sie durch die Prüfungen an der Uni rasselt. Sie ist gerade 20 und glaubt, ihr Leben sei verpfuscht. Ihr nörgelnder Vater bestärkt sie noch darin.

Das Leben als Toast

Henri (Claude Brasseur), früher Steuerberater, ist auch nicht gerade zufrieden mit seiner Lebensbilanz. "Das Schicksal ist eine Scheibe Toast mit Scheiße", lautet seine bittere Wahrheit. Henri hat einen Sohn, Paul (Guillaume de Tonquedoc), an dem er kein gutes Haar lässt. Wie konnte Paul bloß eine Spinatwachtel wie Valerie heiraten?

Ab hier wird es boulevardesk. Henri hat einen Plan, Paul und Valerie zu entzweien, Constance wäre sein Werkzeug. Das Mädel soll Paul schöne Augen machen. Mal sehen, ob er Valerie den Laufpass gibt. "Ich bin doch keine Nutte", protestiert Constance. Weil der Alte ihr die Miete erlässt, geht sie doch auf das Spielchen ein.

Charme-Offensive

Constances Charme-Offensive sorgt für Komik dicht vorm Fremdschämen. Der Trottel Paul merkt einfach nicht, dass er gelackmeiert wird. Schöne Maid kokettiert mit reifem Herrn - sehr französisch und schwer konstruiert, diese "Venusfalle". Posse oder Melodram - Calbéracs Film kann sich nicht entscheiden und tischt von beidem auf. Humoristisch fährt er mit gezogener Handbremse, deprimieren darf er nicht, weil er Wohlfühl-Kino sein will. Unbefriedigend.

Was aber gefällt, sind die Darsteller. Noémie Schmidt ist hinreißend, Brasseur überzeugt als Griesgram, der über seinen Schatten springt.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt