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Unternehmer-Familie schafft für Knabenchor ein Probenzentrum

1,5-Millionen-Euro-Projekt

Für Eltern und Kinder war die Nachricht, die ihnen in dieser Woche verkündet wurde, wie ein kleines Weihnachtswunder. Dem Knabenchor der Chorakademie wird ein eigenes Haus für Proben und Freizeit beschert. Eine Unternehmerfamile aus Iserlohn baut das Domizil auf historischem Grund: am alten Wohnsitz von Industriepionier Friedrich Harkort am Rande von Hombruch.

HOMBRUCH

, 25.12.2016
Unternehmer-Familie schafft für Knabenchor ein Probenzentrum

Rund um das alte Kesselhaus des Harkortschen Anwesens am Rande von Hombruch soll das Domizil des Knabenchores entstehen – als moderne Version eines "Tonwerks".

Der Knabenchor der Chorakademie gehört längt zu den kulturellen Aushängeschildern Dortmunds. Solisten des Chores singen an großen Opernhäusern in ganz Europa, die Chorkonzerte füllen große Kirchen und Konzerthäuser. Was fehlt, ist ein angemessenes Probendomizil für die Jungen zwischen sechs und 13 Jahren. Nach dem Auszug aus dem Wohlfahrtsgebäude in Eving konnten sie zwischenzeitlich ein früheres Bürogebäude im Kaiserstraßen-Viertel nutzen. Aktuell proben sie – umgeben von Baustellenlärm – im Untergeschoss der Hörder Vorburg. Aber auch das ist nur ein Domizil auf Zeit.

Doch die dringend nötige Abhilfe ist nah. Dank der Familie Pütter-Ammer. Die Eigentümer der Arzneimittel-Firma Medice, die Produkte wie Meditonsin und Dorithricin herstellt, hat selbst zwei Kinder an der Chorakademie. „Die letzten Jahre haben wir mit Begeisterung beobachtet, wie die Kinder des Knabenchors sich musikalisch entwickeln und in ihrer Persönlichkeit, ihrem Intellekt und ihrem Selbstbewusstsein enorm wachsen“, erklärt die Familie in einer Broschüre zum Projekt. Deshalb unterstütze man die Suche nach einem festen Zuhause.

1,5 Millionen Euro werden investiert

Über mehrere Monate wurde nach einem Haus für den Knabenchor gesucht. Bis man jetzt am Rande von Hombruch fündig wurde. Rund 1,5 Millionen Euro investiert die Familie in Kauf und Herrichtung der Immobilie, die dann für einen freundschaftlichen Mietpreis dem Knabenchor überlassen wird. Herzstück ist ein altes Kesselhaus, das nach Plänen des Iserlohner Architekturbüros Simon Hilker um Neubauten ergänzt wird. Neben Probenräumen entsteht sogar ein kleiner Konzertsaal. Und auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände sollen auch Spielmöglichkeiten für die Kinder geschaffen werden.

„Für uns geht ein Traum in Erfüllung“, freut sich Knabenchor-Leiter Jost Salm über das Ende der Odyssee seiner jungen Sänger und seines Teams. Die Stadt unterstützt die Pläne für das Tonwerk nach Kräften, wie Walter Nickisch als Leiter des Planungs- und Bauordnungsamtes versichert. Wenn Anfang des Jahres die Baugenehmigung erteilt wird, könnte der Probenbetrieb am Harkortshof schon im Sommer starten, hofft Dr. Sigurd Pütter, Seniorchef der Firma Medice –  und Träger der Großen Friedrich-Harkort-Medaille der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer.

Der alte Harkortshof:

  • Wo heute das Gewerbegebiet Harkortshof liegt, betrieb Industriepionier Friedrich Harkort im 19. Jahrhundert neben seinem Wohnhaus eine kleine Dampfmühle, eine Brotbäckerei und eine Fabrik für „Chamottesteine“.
  • Nach Harkorts Tod 1880 machte sein Schwiegersohn aus der „Chamottefabrik“ das Tonwerk Harkortshof.
  • Erhalten ist davon noch ein altes Kesselhaus, das nun die historische Keimzelle für das Domizil des Knabenchores bildet.