Unterwegs mit Emil Nolde

Gustav-Lübcke-Museum Hamm

HAMM Denkt man an Emil Nolde, denkt man an Blumenaquarelle. An kräftige Mohnblüten, prächtige Stauden, intensives Blau, die auf den Blättern und Leinwänden ebenso leuchten wie im Garten des Malers im schleswig-holsteinischen Seebühl. Dass der große Expressionist auch Stierkampfszenen gemalt hat, vermutet man nicht.

von Von Julia Gaß

, 24.03.2011, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Bild von Mutter mit Kind stammt  von Emil Noldes Spanienreise 1921.

Das Bild von Mutter mit Kind stammt von Emil Noldes Spanienreise 1921.

Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm nimmt die Besucher mit auf eine Reise mit dem Maler durch Europa. "Emil Nolde - Reiselust" heißt die vielseitige Ausstellung mit rund 80 Aquarellen, Ölbildern und Zeichnungen. In einem Extra-Raum beleuchten die Nolde-Stiftung und das Museum den "Westfälischen Nolde". 1905/06 hielt sich der Nordschleswiger in Soest auf, begegnete dort auch Christian Rohlfs, hatte Kontakt zu Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus und besuchte auch Dortmund und anderer westfälische Städte.Besuch in Westfalen

Noldes Radierungen von Soester Stadtansichten sind in Hamm mit Zeichnungen anderer westfälischer Künstler und auch von Rohlfs zu sehen. In einer Vitrine liegen Briefe von Rohlfs an Nolde und von dem Maler an seine Frau Ada. - Liebevoll mit kleinen Zeichnungen verziert.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Noldes "Reiselust"

24.03.2011
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Stierkampf-Bild von Noldes Spanienreise 1921.© Foto: Katalog
Mohn vor Berglandschaft, Aquarell.© Foto: Katalog
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DUM_09_NOLDE 046© Krause, Johansen
Tänzerin im blauen Rock, Aquarell, Spanien, 1921.© Foto: Katalog
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Schlittschuhläufer auf Bergsee, Aquarell.© Foto: Katalog
"Portrait eines Mädchens", Aquarell Spanien, 1921.© Foto: Katalog
"Männergesellschaft", Aquarell.© Foto: Katalog
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"Dünenweib" von 1930.© Foto: Katalog
Frauenbildnis aus dem Jahr 1930.© Foto: Katalog
Dorfszene in Cospeda bei Jena von 1908© Foto: Katalog
Emil Nolde um 1925-30.© Foto: Katalog
Emil Nolde und Ada im Garten Seebüll 1941.© Foto: Katalog
Fotografie aus Granada von Ada Nolde, Spanien 1921.© Foto: Katalog
Haus Kliffende, Kampen auf Sylt.© Foto: Katalog
Das Porträt einer rassigen Spanierin begrüßt die Museumsbesucher, seit Ende der 1940er Jahre ist das Bild im Besitz des Lübcke-Museums. Es stammt von Noldes Spanienreise 1921 und war der Anlass für die Ausstellung. Die Bilderreise beginnt jedoch chronologisch 1908 in Jena. Stadtansichten, Menschen im Wirtshaus und Landschaftsaquarelle in intensiver Farbigkeit entstanden auf dieser Reise. Nolde hatte sich gerade den Brücke-Künstlern angeschlossen und suchte nach einem neuen Stil. In den Farbstürmen seiner Landschaftsaquarelle fand er ihn. Ungeheuer modern wirken die düsteren Selbstbildnisse und die Szenen mit Kohlearbeitern im Wirtshaus. Die Menschen haben Nolde 15 Jahre später auf seiner Spanienreise am meisten interessiert. Viele Porträts, tanzende Frauen, einen Mann mit Esel, eine Mutter mit Kind hat er dort gemalt. Und eben die Stierkampfbilder, in denen er das Tier nicht mit der Leichtigkeit eines Picasso, sondern etwas schwerfälliger aufs Papier gebracht hat. Die Station "Nolde auf Sylt" zeigt lebensfrohe Strandszenen und expressionistische Wasserlandschaften, auch Akte am Strand. Moderner und in abstrakter Farbigkeit sind die Reisebilder aus der Schweiz aus dem Jahr 1948.40 Jahre Malerei

Kleinode der Ausstellung sind die Ost- und Nordsee-Aquarelle aus dem Jahr 1946. -Lyrische Arbeiten in kleinen Formaten sind auf dieser letzten Reise mit Ehefrau Ada vor deren Tod entstanden. Zwei Jahre später hat Nolde einige diese Bilder auf großen Leinwänden in Öl gemalt. Die Gegenüberstellung in der Ausstellung ist spannend. - Die Reise nach Hamm lohnt sich; die Ausstellung ist eine Bilderreise durch vier Jahrzehnte Malerei von Nolde.  

Gustav Lübcke Museum Hamm: "Emil Nolde - Reiselust", 27. 3. (Eröffnung um 11.30 Uhr) bis 19. 6., Neue Bahnhofstraße 9, Di- Sa 10-17 Uhr, So 10-18 Uhr, Katalog 29,95 . www.hamm.de/gustav-luebcke-museum

 

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