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Urbanatix zeigt begnadete Körper

Shows auch 2011

BOCHUM Propst Michael Ludwig brachte es auf den Punkt: "Das ist der Hammer." Urbanatix, das große Bochumer Ruhr.2010-Projekt, präsentierte in der Jahrhunderthalle eine begeisternde Show der Streetartisten.

von von Ronny von Wangenheim

, 24.05.2010
Urbanatix zeigt begnadete Körper

<p>Eike von Stukenbrok nutzte eine Puppe für atemberaubende Equilibristik. <p></p> Oppitz</p>

Was ihn und mehr als 5000 weitere Besucher zu Pfingsten in der Jahrhunderthalle in helle Begeisterung versetzte, ist in der Tat sensationell zu nennen: "Urbanatix - die Show".

Rund 50 Streetartisten, die meisten davon junge Menschen aus der Region, eroberten die Bühne, erklommen riesige Hindernisse, wirbelten durch die Luft und über den Boden. Scheinbar mühelos überwanden sie die Schwerkraft. Mitreißende Musik, Licht und Projektionen auf den großen Quadern, die zugleich "Turngerät" waren, machten die Show zu einem rasanten Gesamtkunstwerk.

Schwerkraft aufgehoben Ein Wahnsinn, wie gleich mehrere Artisten, von einem Trampolin springend, in der Waagerechten eine Wand hochlaufen, als ob es das Selbstverständlichste der Welt wäre. Mit einem Augenzwinkern zeigen die japanischen Funkstyle-Tänzer Hilty und Bosch ihr Können. Natürlich ziehen sie genauso wie die anderen Profis die Aufmerksamkeit auf sich. Aber, und das macht auch eine Qualität der Show aus: Die Streetartisten der Region brauchen sich nach zwölfmonatiger Trainingsarbeit nicht zu verstecken. Ob Parkour, Freerunning, Tricking, Breakdance, Biken oder Skaten - sie haben einer noch neuen Kunstform zu größerer Akzeptanz verholfen.

Dem einen oder anderen im Publikum stockte auch der Atem angesichts begnadeter Körper. Zwei davon gehören Rémi Martin und Eike von Stukenbrok. Was sie - solo und gemeinsam - am Chinesischen Mast zeigen, lässt an der Gültigkeit der physikalischen Gesetze zweifeln. Da hielt es die Zuschauer schon vor dem eigentlichen Schlussapplaus nicht mehr auf den Sitzen.

Die Show hatte sich nach der Premiere am Freitag schnell rumgesprochen. Der Run auf die Abendkasse bei den Mitternachtsshows übertraf alles, was die Jahrhunderthalle bisher erlebt hatte, "Ausverkauft" meldete dementsprechend zufrieden Initiator Christian Eggert.

"Das kann doch jetzt nicht einfach vorbei sein", staunte so mancher Zuschauer. Propst Ludwig wusste es schon besser. Solange die Stadt die Marienkirche nicht kauft und umbaut, will er die Kirche gerne weiter den Artisten zur Verfügung stellen. Christian Eggert ergänzt: "Wir wollen die Marienkirche als Keimzelle einer Artistenschule weiter ausbauen". Schon jetzt kündigt er neue Shows für 2011 an.