Ursachenforschung bei den (Un)Schuldigen

Dorf-Drama "Das weiße Band"

Ein nordostdeutsches Dorf, das auf den ersten Blick wie die pure Idylle erscheint, in bestechendem Schwarzweiß. Michael Haneke, der Regisseur und Drehbuchautor, sieht hinter die Kulisse dieser ausgestellten brandenburgischen Behaglichkeit und schaut in menschliche Abgründe.

von Von Klaus-Peter Heß

, 15.10.2009, 16:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Den Pfarrer in "Das weiße Band" spielt der Bochumer Theaterschauspieler Burghart Klaußner (l.).

Den Pfarrer in "Das weiße Band" spielt der Bochumer Theaterschauspieler Burghart Klaußner (l.).

Neben der hervorragenden Kameraarbeit, dem fesselnden Erzählrhythmus und einer Geschichte, die über ihre historische Zeit hinausweist, sind es die Schauspieler, die Hanekes Film in den Stand eines genialen Meisterwerkes erheben: Burghart Klaußner als bigotter Prediger, Rainer Bock als niederträchtiger Arzt, Susanne Lothar als gedemütigte Hebamme, Josef Bierbichler als brutaler Gutsverwalter. Vor allem aber ist es das brillante Spiel der Kinder, das bleibenden Eindruck hinterlässt. Zwei von ihnen tragen das weiße Band der Unschuld. Auf sie ist ganz besonders zu achten.

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