Urteil im Prozess gegen Gregoritsch-Erpresser

Ex-Profi des VfL Bochum

Weil sie den früheren VfL-Profi Michael Gregoritsch erpresst haben, sind zwei Bochumer (31 und 27) am Mittwoch zu elf und 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Fußballer hatte die Ehefrau eines der Männer mit schlüpfrigen WhatsApp-Nachrichten angebaggert – das Duo forderte 200.000 Euro Schweigegeld.

BOCHUM

von Werner von Braunschweig

, 16.12.2015, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der ehemalige VfL-Bochum-Profi Michael Gregoritsch wurde erpresst.

Der ehemalige VfL-Bochum-Profi Michael Gregoritsch wurde erpresst.

"Ich stehe auf deinen Hintern." So oder so ähnlich lautete am Abend des 15. April eine erste sexy Kurznachricht des Stürmers an eine zweifache Mutter. Die 27-Jährige hatte er zuvor mit ihrem Sohn auf dem Vereinsgelände kennengelernt. Weitere Nachrichten folgten. Der Inhalt: immer schmutziger. Am Ende wurde daraus ein Erpressungskrimi, der vor dem Bochumer Amtsgericht gestern sein letztes Kapitel schrieb.

"Werden deine Karriere zerstören"

Denn: Der Ehemann hatte die pikanten Zeilen gelesen, vor Wut geschäumt und den VfL-Kicker tags darauf zu einem Parkplatz einbestellt. Der "Gehörnte" und sein Kumpel forderten 200.000 Euro Schweigegeld. Zudem fiel der Satz: "Wir werden deine Karriere zerstören." Gregoritsch zahlte 4100 Euro. Dann beichtete er alles seinem Verein, ging zur Polizei.

Am Mittwoch wartete der Bundesligaprofi (heute HSV) nervös auf dem Gerichtsflur. Eine peinliche Zeugenbefragung blieb ihm erspart, weil die Erpresser sofort Geständnisse abgelegt hatten ("Das war eine sch... Aktion"). Auf dem Flur sprach er kurz danach vor Kameras von "jugendlichem Leichtsinn".

VIP-Karten als Wiedergutmachung

Wie unangenehm dem Zweitligisten VfL Bochum die Sex-Nachrichten-Affäre eines ihrer Spieler war, zeigt, dass damals sofort ein Gespräch mit dem Paar einberufen wurde. Manager Christian Hochstätter und der WhatsApp-Sünder sollen sich bei der Frau entschuldigt haben. Dazu bekam die Familie VIP-Karten, ein Trikot und einen Ball geschenkt. Im Prozess wurde das Verfahren gegen die 27-Jährige eingestellt.

Dass es in ihrem Ehemann, der die erpressten 4100 Euro acht Tage später zurückgezahlt hat, immer noch brodelt, zeigte sich nach dem Prozess überdeutlich. Vor Kameras sagte er: "Ich hätte ihm damals wahrscheinlich einfach nur einen vor die Mappe hauen sollen."

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