Ute Wolf-Anding informiert regelmäßig Schulklassen

Zehn Jahre Wittener Unicef

Es ist dieser Moment, in dem eine fremde Person vor einer vierten Klasse steht und die Aufgeregtheit der Kinder in Albernheit umschlagen könnte. Aber heute sind die Schüler ehrfürchtig. Ute Wolf-Anding vom Unicef Team Witten ist gekommen, um ihnen vom Leben afrikanischer Kinder zu erzählen.

HERBEDE

, 10.09.2014 / Lesedauer: 3 min
Ute Wolf-Anding informiert regelmäßig Schulklassen

Ute Wolf-Anding von Unicef besuchte gestern Torben, Luis (v.l.) und die vierte Klasse der Buchholz-Grundschule.

Zehn Jahre gibt es Unicef in Witten. Ute Wolf-Anding ist von Beginn an dabei. „Das macht mir Spaß“, sagt sie nach dem Besuch in der Buchholzer Grundschule. Die Kinder haben das gemerkt und ihre Worte aufgesaugt. Die Informationsarbeit ist der Kern der ehrenamtlichen Arbeit, meist in Grundschulen, aber auch in weiterführenden Schulen, in Kirchengemeinden, Altenheimen und Service-Clubs wie Lions oder Rotary. Dazu kommen weitere Aktionen, um auf Kinderrechte und die Unicef-Arbeit aufmerksam zu machen – und der klassische Unicef-Grußkarten-Verkauf. Acht feste ehrenamtliche Mitarbeiter hat das Wittener Unicef Team, weitere werden gesucht. Die Informationsarbeit in den Schulen übernimmt meist Wolf-Anding selbst.

„Ungefähr einmal im Monat bin ich im Klassenraum. Mittlerweile haben wir ein gutes Netzwerk mit Schulen und Lehrern. Wir haben je eine Einheit zum Thema Wasser, zu Kinderrechten und zum Unicef-Schul-Rucksack“, sagt sie. Den großen, blauen Rucksack hat sie heute für die Buchholzer Grundschule umgeschnallt. „Glaubt ihr mir, dass da eine ganze Schule drin ist?“, fragt sie die skeptischen Kinder. „Das kann doch nicht sein“, flüstert Pia Diana zu. Aber Wolf-Anding erklärt: „Der Rucksack ist für Lehrer in Afrika, die von Dorf zu Dorf laufen, um den Kindern Bildung zu ermöglichen.“

Gebannt und ungläubig schauen die Kinder, als sie den Inhalt auspackt: Farbe, um aus einer normalen Wand eine Tafel zu machen, Kreide, Hefte, ein Ball für die Pause, Seife, Angelzeug, weil auch Fischen gelehrt wird und ein Trinkhalm mit Wasserfilter – „der schützt vor Krankheiten“. „Brauchen Erwachsene die dann nicht auch?“, fragt Linus. „Ja, aber unser Ziel ist es erstmal die Kinder zu versorgen“, sagt Ute Wolf-Anding. Linus nickt: „Alle auf einmal geht ja auch nicht“.

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