Vater warf Fernseher durch LKW-Scheibe

Schulleiter bedroht

Erst bedrohte er einen Grundschuldirektor, dann warf er einen Fernseher durch die Windschutzscheibe eines Lasters: Vor dem Bochumer Landgericht muss sich seit Dienstag ein Familienvater verantworten, den die Staatsanwaltschaft für unberechenbar hält.

BOCHUM

von Von Jörn Hartwich

, 04.04.2012, 06:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Und das auch noch am Tag der Einschulung, als Lehrer, Eltern und I-Männchen gerade aus dem Gottesdienst kamen. Auch der neue Freund der Ex-Frau wurde damals angeblich nicht verschont. Ihm soll der 44-Jährige zugerufen haben: „Ich mache dich kaputt, ich haue dir den Kopf ab.“ Vor Gericht erklärte er seinen Ausraster so: „Es ist hart, wenn man als Vater nicht zur Einschulung eingeladen ist. Ich wollte meiner Tochter nur einen Wecker und einen Yoghurt geben – zur Einschulung. Dann habe ich überreagiert.“

Auch ein Hundebesitzer bekam später Tritte ab. Ein anderer Mann einen Faustschlag ins Gesicht. Und einem LKW--Fahrer warf er mitten auf der Hans-Böckler-Straße sogar einen Fernseher durch die Windschutzscheibe. Begründung: „Ich wollte die Energie abfangen, die da auf mich zukam.“ Der Fahrer habe gehupt, sei dann aggressiv losgefahren. „Das hat mich erbost.“ Mit dem Ergebnis war der 44-Jährige offenbar zufrieden. „Nach der Tat hatte der nicht mehr den Gesichtsausdruck eines dominanten Verkehrsteilnehmers.“ Sein Pech war allerdings, dass er von Polizisten beobachtet wurde, die ihn gleich mitnahmen. Die Richter müssen nun entscheiden, ob der Angeklagte nicht vielleicht doch in die geschlossene Psychiatrie gehört.