Veranstaltung lieferte Beispiele und bot Raum zum Austausch

Versteckte Talente fördern

Das zdi-Netzwerk IST.Bochum.NRW und der Verbund UniverCity Bochum wollten Bildungsakteuren eine Plattform zum Austausch über die Förderung von verborgenen Talenten in Schule und Hochschule geben. Zahlreiche solcher Akteure aus Bochum folgten der Einladung.

BOCHUM

16.09.2015, 09:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Gruppe Kinder zwischen 12 und 14 Jahren hat sich Dienstag (15.) zur Veranstaltung „Vielfalt fördert Talente“ in den Räumen der Stadtwerke versammelt. Sie kommen ursprünglich aus Rumänien, Polen oder Syrien. Und sie hämmerten, sägten und schraubten gemeinsam. Jeder griff dem Anderen unter die Arme. Die anwesenden Erwachsenen sahen den Kindern interessiert zu und tauschten sich aus.

Eingeladen hatten das zdi-Netzwerk IST.Bochum.NRW und der Verbund UniverCity Bochum. Sie wollten im Rahmen der TalentTage Ruhr Bildungsakteuren eine Plattform zum Austausch über Chancen und Herausforderungen bei der Förderung von verborgenen Talenten in der Schule und später in der Hochschule geben. Der Einladung gefolgt sind unter anderem Vertreter der Arbeitsagentur sowie verschiedener Unternehmen und Schulen aus Bochum.

Zuerst wurden die TalentTage Ruhr vorgestellt. Diese finden seit Montag (14.) bis zum 22. September statt und stellen seit Jahren immer wieder die Talentförderung in den Mittelpunkt. Jedes Jahr gibt es jedoch bestimmte Schwerpunkte.

Wege für Bildung ebnen

In diesem Jahr liegt ein Fokus darin, Talente möglichst früh zu finden, zu fördern und so Wege für die Bildung zu ebnen. „Das ist schon in der Grundschule möglich“, sagte Klaus Trimborn vom zdi-Netzwerk. Ein Beispiel dafür, wie sich Talente im schulischen Alltag konkret fördern lassen können, präsentierte eine der drei internationalen Klassen der Heinrich-von-Kleist-Schule. Diese wird seit rund einem Jahr durch das Projekt „Integration durch Technik“ vom zdi.Netzwerk betreut.

In zwei Stunden Technikunterricht pro Woche werden den Schülern neben den technischen Arbeiten die deutsche Sprache und auch ein verstärktes Gemeinschaftsgefühl durch die starke Zusammenarbeit vermittelt. Die Anwesenden konnten gestern bei den Schülern jedoch vor allem erleben, wie Lernerfolge auch ohne tiefere Sprachkenntnisse möglich sind.

Ein weiterer Schwerpunkt des Tages war eine Podiumsdiskussion, die sich mit dem Thema beschäftigte, wie man Talente aus Nicht-Akademiker-Familien in der Schule fördern kann. Etwa die Hälfte der Studierenden an der Hochschule habe keine akademischen Wurzeln, wie Norbert Dohms von der Hochschule und vom zdi-Zentrum MINT sagte.

Studienpioniere fördern

Auch Schüler und Studierende aus Nicht-Akademiker-Familien, sogenannte Studienpioniere, gelte es, zu unterstützen. Nicht nur beim Entdecken ihrer Talente, sondern auch bei Hürden wie der Finanzierung eines Hochschulstudiums. Das könne zum Beispiel durch Stipendien geschehen, so Dohms.