Verein Profeld erfasst beinahe 1000 Passanten

Werner Feld

Der Verein Profeld unterstreicht mit einer Zählung aller Passanten am vergangenen Sonntag die Bedeutung des bedrohten Werner Felds für die Dortmunder und Bochumer Bürger. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

LÜTGENDORTMUND

von Von Rafael Buglowski

, 04.09.2017, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Helfer haben sich an der Zählung im Werner Feld am Sonntag beteiligt. Der Verein Profeld zeigte sich positiv überrascht angesichts der hohen Zahl an Menschen, die zwischen 7.30 und 18 Uhr vorbeikamen – eine gute Grundlage für kommende Diskussionen.

Viele Helfer haben sich an der Zählung im Werner Feld am Sonntag beteiligt. Der Verein Profeld zeigte sich positiv überrascht angesichts der hohen Zahl an Menschen, die zwischen 7.30 und 18 Uhr vorbeikamen – eine gute Grundlage für kommende Diskussionen.

Eine Postkartenidylle im wahrsten Sinne des Wortes gibt es da noch zwischen Lütgendortmund und dem Bochumer Stadtteil Werne. Zwei Postkarten zeigen die Schönheit der Natur im Werner Feld: volle Ähren, blühende Rapsfelder, helle Wege gesäumt von Bäumen.

Die „Volkszählung“ des Vereins Profeld zeigt, dass dieses Stück Natur vielen Bürgern aus Dortmund und Bochum wichtig ist. 984 Menschen, die am Sonntag die Zähl- und Infostation auf dem Weg Im Kerkdahl passiert haben, zählt der Verein zwischen 7.30 und 18 Uhr laut der Vorsitzenden Beate Scheffler.

"Es gehört einfach dazu, dass wir hier eine Runde drehen"

Manche Familie entscheidet sich an diesem Tag, den Sonntagsspaziergang hier zu machen, da sie von der Aktion gehört hat. Sie wollen ein Zeichen gegen die geplante Straße und das Gewerbegebiet auf dem Werner Feld setzen. Viele aber kommen vorbei, da sie den Weg regelmäßig zu Fuß oder auf dem Fahrrad, mit dem Hund, alleine oder mit der Familie nutzen. So auch Jennifer Schulz (31) aus Lütgendortmund mit ihren drei Kindern: „Es gehört einfach dazu, dass wir hier eine Runde drehen. Das ist die nächste schöne Grünfläche für uns. Ich bin selbst als Kind oft hier lang, vor allem zum Freibad in Werne.

Es sind auch die Geschichten der Menschen, die den Verein interessieren. Rainer Grüne-Rosenbohm freut sich: „Eine Kiste voll mit Geschichten haben wir schon gesammelt. Das Werner Feld ist darin oft ein Ort der Kindheit. Drachen steigen lassen, Schlitten fahren und ein Mann sprach gar von einer ‚Völkerwanderung‘, als immer viele Kinder weit aus Dortmund übers Werner Feld zum Freibad sind.“ Diese Geschichten sollen nach Möglichkeit online veröffentlicht werden. 

"In dieser Idylle sollen meine Kinder aufwachsen"

Kindergärtnerin Monika Hummel erzählt von Ausflügen mit den Kindern: „Hier können sie Natur erleben, picknicken und einfach mal frei laufen.“ Marcus Gradilone (45) hat sich vor allem auch wegen der „tollen Lage“ für den Grundstückskauf an der Wilhelmshöh entschieden: „In dieser Idylle sollen meine Kinder aufwachsen. Ich habe keinen Schimmer, was ich machen soll, wenn hier wirklich die Straße gebaut wird. Das wäre ein herber Verlust von Lebensqualität, nachdem wir sehr viel Kraft und Herzblut ins Haus gesteckt haben.“ Und Marianne Hoffmann (67), die oft „zum Runterkommen“ ins Werner Feld geht, beklagt: „Gewerbefläche? Das muss doch nicht sein, dass die uns die Natur vor der Nase wegnehmen.“

Auch der zweite Vorsitzende von Profeld, Michael Zechner (48) aus Lütgendortmund, zeigt kein Verständnis für die Pläne der Stadt Bochum. Er beklagt den drohenden Wertverlust von Häusern und Wohnungen, den Verlust eines Landschaftschutzgebietes und die Versiegelung von für den Hochwasserschutz wichtigen Flächen. Bochum laufe stur einem Regionalplan hinterher, der mitunter auf Prognosen beruhe, sagt Zechner: „Wir wissen doch gar nicht, was 2030 ist.“ Sollten die Pläne bis dahin Realität geworden sein, werden bestimmt einige Anwohner deshalb weggezogen sein, befürchtet er.