Vereine und Organisationen gedachten der Opfer

Holocaust-Gedenktag

Zum Holocaust-Gedenktag am Sonntag, 26. Januar, waren zahlreiche Vereine, Verbände und Institutionen zur Gedenkstätte an der Westfeldstraße gekommen, um der Verfolgten, Ermordeten und Ausgegrenzten zu gedenken. Eine zehnte Klasse des Albert-Martmöller-Gymnasiums und Redner Malte Richter gaben dem Gedenken ein junges Gesicht.

ANNEN

, 27.01.2014, 14:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Malte Richter, 21 Jahre alt, schlug mit seinen Worten in dieselbe Kerbe. Doch las er den Besuchern der Gedenkstätte an dem ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald auch aus dem Tagebuch eines französischen KZ-Häftlings vor. In den Berichten werden die schindende Arbeit, die Qualen und die Unmenschlichkeit des Lagers und der SS gegenüber den Häftlingen deutlich.

Eindringlich schildert er die Unmenschlichkeit, mit der die Inhaftierten – insgesamt hat es in Witten 24 000 von ihnen gegeben – behandelt wurden. Zum Kriegsende wurden sie von der SS aus Annen getrieben. Der Franzose berichtet, wie sie geschlagen wurden, wenn sie zu langsam waren, und angeschossen, wenn sie zu spät beim täglichen Aufbruch anwesend waren. Malte Richter, inzwischen bald Medizinstudent, ist seit Schülerzeiten engagiert dabei, die Gräuel des Zweiten Weltkriegs nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Sein junges Alter helfe ihm dabei sehr, auch jüngere Generationen zu erreichen, sagt er: „Klar, Zeitzeugen können viel mehr mitteilen und erzählen authentischer, aber ich denke durch das Alter besteht da auch eine direktere Verbindung.“ Ihm ist es wichtig, gerade junge Menschen zu erreichen: „Uns muss klar sein, dass jüngere Generationen nichts für die grausamen Taten damals können. Aber wir sind verantwortlich dafür, dass so etwas nie wieder geschehen kann.“

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