Verirrter Rhein-Wal soll in Bronze gegossen werden

Denkmal fürs Ruhrgebiet

Als am 18. Mai 1966 in Duisburg-Neuenkamp ein Weißwal im Rhein gesichtet wurde, da war Jörg Mazur noch nicht geboren. Ein halbes Jahrhundert später möchte der Künstler aus Oberhausen dem Wal ein Denkmal setzen - und braucht dafür einen riesigen Batzen Geld.

DUISBURG

, 06.07.2015, 15:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verirrter Rhein-Wal soll in Bronze gegossen werden

Jörg Mazur mit seinem Styropor-Modell von „Rhineheart“, das er mittels Crowdfunding in Bronze gießen will.

Eine lebensgroße Styropor-Vorlage hat Jörg Mazur schon gebaut. Jetzt braucht er nur noch 55 000 Euro, um das Denkmal in Bronze zu gießen. Bis zum 27. August hat der Bildhauer Zeit, Geld über eine Internetplattform zu sammeln. Crowdfunding heißt das Zauberwort, auf Deutsch: Schwarmfinanzierung. Damit soll das Wunder von Duisburg gelingen.

Wenn das Geld im Pott ist, soll es ein Denkmal für den Pott geben – in unmittelbarer Nähe zum Rhein in Duisburg. Es soll nicht nur an den verirrten Wal von 1966 erinnern, sondern auch ein Mahnmal für den Umweltschutz sein. Immerhin war der Wal nach seinem ungeplanten Aufenthalt im verschmutzten Rhein dermaßen von Hautekzemen gezeichnet, dass er Politiker dazu bewegte, erste Umweltschutzgesetze einzuführen.

Bildhauerische Odyssee

„Das Thema hat mich seitdem nicht losgelassen“, sagt Mazur, der vor einem Jahr den Entschluss gefasst hat, dem Wal endlich ein Denkmal zu setzen. Seitdem ging der 45-Jährige auf eine Art bildhauerische Odyssee. Er schnitzte in aller Öffentlichkeit an einem Modell für „Rhineheart“, wie er seine Skulptur humorvoll nennt.

Inzwischen ist der Styropor-Wal fertig. Lebensgroß. Sollte bei der Spendenaktion mehr Geld zusammenkommen, soll „Rhineheart“ noch größer werden. Am Ende soll ein neues Wahrzeichen für das Ruhrgebiet entstehen, das auch die Geschichte der Menschen im Ruhrgebiet erzählt. Immerhin solidarisierten sich viele Ruhris damals mit dem Wal, als feststand, dass er für den Duisburger Zoo eingefangen werden sollte.

„Dieses Thema ist heute noch brandaktuell“

Als Standort angedacht ist die Mühlenweide, nicht weit von der Stelle, wo der Weißwal erstmals gesichtet wurde und wo die politische Neuausrichtung für den Umweltschutz ihren Anfang nahm.

„Dieses Thema ist heute noch brandaktuell“, sagt Jörg Mazur, der die Skulptur nur in Bronze gießen lassen will, sollten die 55 000 Euro tatsächlich zusammenkommen. „Alles andere würde dem Wal nicht gerecht werden.“

Das Kunstprojekt kann noch finanziell werden.

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