Vermisster Junge im Schrank: Recklinghäuser gesteht Missbrauch

Kriminalität

Bei einer Razzia wegen Kinderpornografie wird zufällig ein Junge in einem Kleiderschrank einer Wohnung entdeckt. Mehr als ein Jahr nach Prozessbeginn hat sich nun der Angeklagte geäußert.

Bochum

15.07.2021, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte gab zu, den 13 Jahre alten Jungen in seiner Wohnung sexuell missbraucht zu haben.

Der Angeklagte gab zu, den 13 Jahre alten Jungen in seiner Wohnung sexuell missbraucht zu haben. © picture alliance/dpa

Im Prozess um einen zweieinhalb Jahre lang vermissten Jungen hat sich der Angeklagte am Dienstag erstmals zu den Vorwürfen geäußert. Dabei gab der 46-jährige Mann aus Recklinghausen zu, den anfangs erst 13 Jahre alten Jungen in seiner Wohnung versteckt und sexuell missbraucht zu haben.

Dem Recklinghäuser wird vorgeworfen, den Schüler zweieinhalb Jahre lang in seiner Wohnung versteckt und über 470 Mal sexuell missbraucht zu haben. Der Junge war bei einer Durchsuchung wegen Kinderpornographie im Dezember 2019 von einer Polizistin im Schlafzimmerschrank entdeckt worden.

«Ich war verzweifelt und habe mich aufgegeben»

Der 46-Jährige will den Jungen über eine WhatsApp-Gruppe kennengelernt haben. Kurze Zeit später sei der 13-Jährige aus einer Betreuungseinrichtung geflohen und bei ihm eingezogen.

Er habe den Jungen mehrfach aufgefordert, wieder nach Hause zu gehen. Am Ende sei er völlig verzweifelt gewesen und habe seine Sorgen in Alkohol ertränkt. «Ich war verzweifelt und habe mich aufgegeben», so die Erklärung des Angeklagten. Heute wisse er, dass es nicht richtig war, den Jungen bei sich aufzunehmen.

dpa

urn:newsml:dpa.com:20090101:210629-99-193048/2

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