Vermummte wollten Neo-Nazi bei Vorlesung anprangern

Video des Vorfalls

Vermummte Antifaschisten haben am Montag eine Jura-Vorlesung der Ruhr-Universität im Bochumer Fenster gestürmt (RUB). Ziel der Vermummten: Sie wollten einen Studenten als Landesvizevorsitzenden der Partei "Die Rechte" bloßstellen. Jetzt gibt es ein Video.

BOCHUM

von Von Sebastian Ritscher

, 04.12.2013, 06:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vermummte wollten Neo-Nazi bei Vorlesung anprangern

Im der ehemaligen Stadtbadgalerie, dem Bochumer Fenster, finden jetzt Vorlesungen für die Jura-Erstis statt. Am Montag kam es in einer Vorlesung zu einem Übergriff von Antifaschisten. Sie wollten einen Nazi bloßstellen und Verletzten bei der Aktion vier Studenten und den Dozenten.

Das wollten die Antifaschisten publik machen. Deswegen zeigten sie mit großen roten Pfeilen auf den 23-jährigen Dortmunder. „Das dauerte etwa zwei Minuten, dann hat Professor Borges als Erster realisiert, was die vorhaben“, so der 20-jährige Sebastian. Prof. Dr. Georg Borges war auch der Erste, der etwas gegen die Vermummten unternommen hat. Einer von ihnen hatte ein Megafon. „Der Dozent wollte ihn vom Reden abhalten und hat versucht, das Megafon vom Mund wegzudrücken“, so Sebastian. Dabei habe der Dozent sein Gegenüber am Arm gefasst. „Ein antifaschistischer Redebeitrag wurde nach kurzer Zeit durch den handgreiflich werdenden Dozenten der Vorlesung unterbrochen“, steht in der Antifa-Meldung.

Das klingt nach Gewalt. „Das war eher ein nettes zur Tür führen“, sagt Sebastian. Zuvor habe Borges, der als RUB-Dozent Hausrecht hat, mehrmals darauf hingewiesen, dass die ungebetenen Besucher den Hörsaal verlassen sollten. Das wollten sie nicht. Einer schlug dem Dozenten ins Gesicht. Borges blutete. Mehrere Studenten standen auf, kamen Borges zu Hilfe. „Sie wollten sehen, wie es ihm geht“, berichtet Sebastian. „Im Verlauf des Tumultes kam es dann zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Maskierten und dem anwesenden Professor sowie einigen Studenten“, erklärt die Polizei in einer Pressemitteilung. Bei Facebook hat jemand, wahrscheinlich ein Student, ein Video des Vorfalls gepostet.  

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. Das Ergebnis: fünf leicht Verletzte. Anschließend flüchteten die Antifaschisten in kleinen Gruppen in verschiedene Richtungen. Vier Verdächtige konnte die Polizei am Hauptbahnhof festnehmen, musste sie aber auf Anordnung der Staatsanwaltschaft laufen lassen.

Die politische Ausrichtung des Dortmunders war in den anschließenden Gesprächen der Studenten vorerst kein Thema. „Es ging erstmal um die Aktion. So etwas geht überhaupt nicht“, sagt Sebastian. „Damit stellt man sich doch nur auf eine Stufe mit den Rechtsradikalen.“ Die Antifa hat ihr Ziel erreicht. „Vorher wussten wir nicht, dass er zur rechten Szene gehört“, erklärt Sebastian. Jetzt weiß es die ganze Uni. Parallel zur Aktion in der Stadt haben weitere Antifaschisten Plakate auf dem RUB-Campus aufgehängt. 

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