Verstöße gegen Corona-Verordnung: Wirt droht jetzt saftige Geldstrafe

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Am vergangenen Wochenende soll ein Gastwirt aus Heiden gegen die geltende Corona-Schutzverordnung verstoßen haben. Und genau deshalb droht dem Betreiber jetzt ein ganz teures Nachspiel.

von Lars Johann-Krone

Heiden

, 22.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Mal war am Sonntagmorgen (18.10) Polizei in der Kneipe „Memory of Daffi’s“ in Heiden im Einsatz. Es ging um Ruhestörungen. In der Kneipe ist um diese Zeit noch gefeiert worden. Bei den Kontrollen haben die Beamten zudem Verstöße gegen die Abstands- und Hygieneregeln festgestellt. Wirt Christian Kempe bestreitet das.

Gegen 3.30 Uhr in der Nacht sorgten die Beamten ein erstes Mal für Ruhe. Anwohner hatten sich zuvor bei der Polizei gemeldet. „Wir haben daraufhin die Türen geschlossen. Die Gäste durften noch ihr Getränk austrinken“, berichtet Kempe, der an diesem Abend als Gast in seinem Lokal war.

Polizei war zivil vor Ort

Um 5.20 Uhr war die Feier, die Kneipe hatte zu einem „bayerischen Abend eingeladen“, noch immer im Gange. Und wieder war die Polizei zu Gast. „Allerdings in Zivil. Ein Polizist, der hier in Heiden wohnt, hat sich Zugang zum Lokal verschafft. Ich weiß gar nicht, ob das ein offizieller Einsatz war. Ich habe ihn nicht als solchen wahrgenommen“, berichtet Kempe.

Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizei erklärt: „Um im Einsatz zu sein, muss man nicht unbedingt eine Uniform tragen. Unser Kollege hat sich in den Dienst versetzt.“ Und der Beamte fertigte auch einen Bericht an: 20 bis 25 Personen hätten demnach dicht an dicht in der Gaststätte gestanden. Die meisten an der Fensterfront im Innern des Lokals, berichtet Rentmeister aus dem Bericht.

Abstände zueinander wurden nicht eingehalten

Abstände zueinander wurden nicht eingehalten, die Zuordnung zu Tischen habe nicht gestimmt, hieß es weiter. Und der Wirt sei mittendrin gewesen, ergänzte Rentmeister. Da Einsicht bei den Feiernden nicht zu erkennen gewesen sei, habe der Beamte die Veranstaltung aufgelöst und den Gästen Platzverweise erteilt.

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Christian Kempe widerspricht den Darstellungen. „Nachdem die Polizei das erste Mal vor Ort war, haben wir die Türe zugemacht. Und nach Aussagen von Anwohnern, ist es auch nicht mehr laut gewesen“, sagt Kempe. „Wir hatten ganz normal die Gaststätte geöffnet und haben gegen keine Auflagen verstoßen. Die Plätze etwa an der Fensterfront waren offiziell eingetragene Stehplätze. Eine Tanzfläche gab es nicht. Die Darstellung des Polizisten ist falsch. Und das kläre ich aktuell auch noch mit dem Ordnungsamt der Gemeinde Heiden“, berichtet der Wirt. Er ergänzt, dass sein Lokal zu Beginn der Coronakrise eines der ersten gewesen sei, das auf die Corona-Beschränkungen reagiert habe.

Eine Sperrstunde gab es noch nicht

Eine Sperrstunde hatte die Gemeinde Heiden am Wochenende noch nicht ausgerufen. Diese gilt allerdings aktuell, da aufgrund eines erhöhten Inzidenzwerts im Kreis Borken Gefährdungsstufe zwei gilt. Die Sperrstunde und ein Verbot für Alkoholverkauf gilt von 23 bis 6 Uhr.

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Frank Rentmeister erklärte, dass es sich im Falle der Party und der missachteten Abstands- und Hygieneregeln um eine Ordnungswidrigkeit handele, die Sache des Ordnungsamts sei. Eingeschritten seien seine Kollegen, weil es um eine Ruhestörung ging. „Wir werden unser Personal in den Abendstunden jetzt auch nicht aufstocken, um Gaststätten zu kontrollieren. Das bleibt Sache der Ordnungsämter.“

Saftiges Bußgeldverfahren droht dem Wirt

Bei Christian Richters, Leiter des Heidener Ordnungsamtes, löste die Party Kopfschütteln aus. „Wir haben in diesem Jahr eng mit den Wirten zusammengearbeitet, haben für die klaren Spielregeln geworben.“Auf den Wirt sowie auf die Gäste, die sich nicht an die Schutzverordnung gehalten haben, könnten nun Bußgeldverfahren zukommen, erklärte er. „Da kann eine Strafe auf den Wirt zukommen, die deutlich im vierstelligen Euro-Bereich liegen wird“, so Richters.

Die Gemeinde Heiden kündigte an, den Ordnungsdienst nun wieder zu verstärken – auch im Außendienst. „Wir informieren die Bürger erst einmal, bevor es Strafen gibt. Geplant ist, dass wir ab Montag wieder verstärkt rausgehen“, so Richters.

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