Verurteilter Bankräuber bestreitet Vergewaltigung

Landgericht

Die Frau wollte nur nach Hause, doch dann traf sie auf den „Albtraum-Mann“. Er fuhr mit ihr auf einen dunklen Parkplatz, drückte ihr einen Schraubenzieher ans Herz, verband ihr die Augen und vergewaltigte sie. So steht es in der Anklage. Seit Mittwoch beschäftigt der Fall das Landgericht.

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 22.09.2011, 00:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Vorwurf geht zurück auf den 23. August 2009. Die Uhr zeigte weit nach Mitternacht, als eine 46-jährige Frau an einer Tankstelle an der Hauptstraße in Langendreer auf den Angeklagten traf. Laut Anklage versprach der 39-Jährige der fremden Frau, sie nach Hause zu fahren, fuhr dann jedoch zu einem abgelegenen Parkplatz. Dort soll der 39-Jährige der Frau erst ins Gesicht geschlagen, danach vor dem Auto eine Gummimatte ausgerollt haben. Glaubt man den Angaben der Frau, ist es dann zum Schlimmsten gekommen: Der „Albtraum-Mann“ soll die Frau zu perversen Praktiken gezwungen, sie missbraucht und erniedrigt haben.

Der Angeklagte will von alldem nichts wissen. Dass er die Frau damals mitgenommen hat, gab er zu. Das ist aber schon alles. Bei der Autofahrt sei ihm das „Gejammere“ seiner Beifahrerin schnell auf die Nerven gegangen: „Ich war auf einmal ihr Ritter auf dem weißen Pferd, sie umarmte und küsste mich.“ Er habe aber allen Annäherungen widerstanden und sie nur nach Hause gefahren. Mehr nicht. Der 39-Jährige war 2003 am Landgericht Bochum wegen eines Banküberfalls zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt und nach mehreren Jahren Gefängnis vorzeitig entlassen worden. Das mutmaßliche Opfer hat noch nicht ausgesagt.