Verwirrung um Ladenschluss

20.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bochum Ein halbes Jahr nach Wegfall des Ladenschlussgesetzes herrscht Verwirrung bei der Kundschaft. So steht es jedem Ladenbesitzer frei, die Öffnungszeiten selbst zu gestalten. Die Ruhr Nachrichten haben die Passanten auf der Kortumstraße nach ihren Erfahrungen befragt.

"Schon oft habe ich vor verschlossenen Türen gestanden" erzählt Heike Hanke (Foto rechts). Die Essenerin, die öfter in Bochum unterwegs ist, findet es "irritierend, dass es in Bochum keine einheitlichen Ladenöffnungszeiten gibt." Einen späteren Ladenschluss fände sie in Ordnung, doch denkt sie dabei auch an die Mitarbeiter der Geschäfte, die dann länger zu arbeiten hätten.

"Bis 19 Uhr sollte jeder Laden offen haben", betont Olesya Franiel, eine Untergrenze sollte schon sein. Doch nach 19 Uhr sollten die Geschäfte selbst bestimmen, wann sie schließen. Auch glaubt sie nicht, dass sich verlängerte Öffnungszeiten für die Geschäfte auszahlen würden.

"Grenze sollte sein"

Doris Kaminski ist sogar für den Ladenschluss um 21 Uhr. "Gerade Berufstätige müssen sich dann nicht so abhetzen und wären dadurch flexibler." Auch sie plädiert für einheitliche Öffnungszeiten: "Bei einigen Läden steht man schon um halb 8 vor verschlossenen Türen." Die selbe Erfahrung machte Stefanie Rüve (Foto unten). Auch bei ihr herrscht auf Grund der neuen Regelung große Verwirrung. Die Möglichkeit zu längeren Öffnugszeiten begrüßt sie, aber "für die Mitarbeiter muss es fair bleiben. Mir würde es reichen, wenn Lebensmittelgeschäfte bis 20 Uhr offen sind."

An Mitarbeiter denken

Noch nie vor verschlossenen Ladentüren stand Reiner Koke (Foto rechts). Dies hat auch einen besonderen Grund: "Ich gehe hauptsächlich vormittags einkaufen, da ich nachmittags arbeite. Daher stellt sich für mich das Problem nicht." Längere Öffnungszeiten findet er überflüssig.

In eine ganz andere Richtung denkt die Schülerin Alexandra. "Ich fände es gut, wenn Schreibwarengeschäfte früher öffnen würden. Dann könnte ich dort vor der Schule noch hin."

Die Meinungen gehen auseinander, doch in einem sind sich alle einig. In Zukunft sollten die Bochumer Einzelhändler sich darum bemühen, die Öffnungszeiten einheitlich zu gestalten. cko/jsb

Interview 3. Lokalseite