Verwirrung um Sauerorgel-Förderung

Kirche Dorstfeld

Eine Kirchenorgel, ein Förderantrag und zwei Pressemitteilungen stifteten in den vergangenen Tagen erst Vorfreude und dann reichlich Verwirrung. Wir blicken auf den Fall.

DORSTFELD

09.10.2016, 01:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verwirrung um Sauerorgel-Förderung

Zieht die wertvolle Sauerorgel um, oder bleibt sie in Dorstfeld? Das hängt von der Entscheidung der Denkmalpfleger ab.

Die Rede ist von der Sauerorgel in der evangelischen Kirche Dorstfeld. Die Elias-Kirchengemeinde will das Instrument verkaufen und sich von dem bereits entwidmeten Gotteshaus trennen. Bislang scheitert der Orgelverkauf aber am Veto der Denkmalschützer. Die bewerten das Instrument als festen Bestandteil der Kirche, wollen, dass es an Ort und Stelle bleibt. Die evangelische Kirche im münsterländischen Gronau hingegen würde die Orgel liebend gern kaufen. Sie passt nämlich perfekt in ihre Kirche. Weil der Umzug die Kirche aber rund 500.000 Euro kosten würde, hat die Gemeinde in Gronau schnell einen Antrag auf Fördermittel auf den Weg gebracht.

Info zum Zuschuss weitergegeben

Und der wurde, obwohl der Verkauf der Orgel noch gar nicht beschlossen ist, tatsächlich bewilligt, wie der Haushaltsausschuss des Bundestages den Abgeordneten mitteilte. So auch Marco Bülow (SPD). Und weil die Orgel im Wahlkreis des Dortmunder Abgeordneten steht, gab Bülow die Info, wie in solchen Fällen üblich, gern weiter. In seiner Pressemitteilung heißt es, dass der Haushaltsausschuss am 21. September beschlossen hat, „die Sanierung der Dorstfelder Orgel mit 164.000 Euro zu unterstützen“.

Was Bülow zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnte: Die Elias-Gemeinde verhandelt bereits seit Ende 2015 hinter verschlossenen Türen mit einem Investor über den Verkauf der Kirche und will die Orgel nicht sanieren lassen, sondern sie ebenfalls veräußern. Auch in der Mitteilung des Ausschusses war davon nichts zu lesen. Ein paar Kilometer weiter nördlich im Münsterland wurde die Info des Bundeshaushaltsausschusses dann auch ganz anders interpretiert.

So teilte der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn (CDU), in dessen Wahlkreis Gronau liegt, in einer Pressenotiz mit, dass er sich in den Beratungen des Ausschusses erfolgreich für die Unterstützung des Förderantrags der evangelischen Gemeinde Gronau ausgesprochen hat und der Bund 164.000 Euro für den Umzug zuschießt. „Diese Orgel ist die bedeutendste spätromanische Orgel dieser Größenordnung in Westdeutschland“, begründet Spahn seinen Einsatz. Und weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die Gronauer können sich schon heute auf ein besonderes Klangerlebnis freuen, ist sich Spahn sicher.“

Gar nicht sicher, ob es zum Verkauf kommt

Ein paar Kilometer südlich in Dorstfeld ist sich Pfarrer Christian Höfener-Wolf von der Elias-Gemeinde hingegen gar nicht sicher. „Ohne Zustimmung der Denkmalpfleger wird es nicht zum Verkauf kommen“, stellt er noch einmal klar. Egal ob mit, oder ohne Fördergelder…

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