Video zeigt Ausschreitungen am Huckarder Marktplatz

Polizei gegen Nazigegner

Abseits vom Protest gegen Neonazis in Dortmund sind am Samstag antifaschistische Initiativen und die Polizei auf dem Marktplatz in Huckarde aneinander geraten. Die Polizei nahm Demonstranten fest. Andere Nazi-Gegner versuchten, Gefangene wieder zu befreien. Das Geschehen könnte ein politisches Nachspiel haben. Unser Video zeigt die Szenen.

HUCKARDE

, 05.06.2016 / Lesedauer: 2 min

Der Marktplatz in Huckarde am Samstagnachmittag: Vor Wasserwerfern und an Absperrgittern der Polizei bauen sich größere Gruppen von Nazigegnern auf, um laut und deutlich gegen einen Aufmarsch von 900 Neonazis zu protestieren. Sie halten Schilder hoch und geben in Sprechchören zu verstehen, was sie von den aufmarschierenden Rechtsextremisten halten: nichts. Manche vermummen ihr Gesicht, um von der Polizei nicht gefilmt werden zu können, andere zeigen offen Gesicht gegen Rechts.

Die Rahmer Straße am Huckarder Markt ist gesperrt, ein Durchkommen stark eingeschränkt. Bürger sitzen in einem Café und betrachten das Geschehen. Die Stadt Dortmund hat einen Sicherheitsdienst vor der Bezirksverwaltungsstelle postiert. Kurz nach 16 Uhr zeichnen sich die ersten Konflikte zwischen Polizei und Nazi-Gegnern ab. Steine und Flaschen fliegen, Greiftrupps der Polizei laufen in die Menge, ziehen Tatverdächtige heraus und nehmen sie fest.

Menschenketten gegen Festnahmen

Die Lage ist sehr unübersichtlich. Demonstranten versuchen Festnahmen zu verhindern und bilden immer wieder Menschenketten, die sich zwischen die geschlossen vorgehenden Bereitschaftspolizisten und anderen Demonstranten schieben. Weitere Festnahmen wollen sie verhindern. An anderen Stellen gibt es Versuche, Gefangene zu befreien. Mit erhobenen Händen bauen sich Bürger vor den aus Berlin angereisten Polizisten auf, um sie zu stoppen. Gewalt gibt es auf beiden Seiten. Demonstranten attackieren Polizisten - und die schlagen zurück.

Erhitzte Gemüter, lautstarke Diskussion, Sprechchöre und Lautsprecher-Durchsagen auf beiden Seiten: Über eine Stunde dauern die Konfrontationen. Zwischendurch immer wieder kurze Atempausen. Sobald die Greiftrupps der Polizei wieder losziehen, bauen die Demonstranten wieder mobile Menschenmauern auf, die quer über den Marktplatz ziehen. Für einen kurzen Augenblick sind die Polizisten sogar eingekesselt.

Der Druck entweicht erst, als die 900 Neonazis davon ziehen. Demonstranten und Polizisten weichen schließlich zurück. Demonstranten kündigten ein politisches Nachspiel an. 

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Schlagworte: