Videospiel Assassin’s Creed auf der Leinwand

Im Kino

Es hat Gründe, warum Filme nach Videospielen häufig floppen und selten befriedigen. Dem "Gamer" mag anderes wichtig sein als dem Cineasten. Der eine achtet vielleicht auf Rasanz und Setting der Action-Szenen. Der andere hofft, die Geschichte möge Fleisch auf den Knochen haben und nicht bloß Gemetzel auf Verfolgung türmen. Es ist kein leichter Spagat, Erwartungen gleich zweier Lager zu bedienen. Jetzt unternimmt Regisseur Justin Kurzel ("Macbeth") den Versuch, den Millionenseller "Assassin’s Creed" auf die Leinwand zu übertragen.

28.12.2016, 15:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Videospiel Assassin’s Creed auf der Leinwand

Michael Fassbenders Aguilar schwingt seine Klinge gegen die Templer, dazu brennen Scheiterhaufen.

Prominente Darsteller wie Michael Fassbender, Jeremy Irons, Marion Cotillard und Brendan Gleeson treten an. Man darf sagen, dass alle bis auf Fassbender (in physisch angelegter Hauptrolle) blutarme Pappkameraden bleiben - mit vager Biografie ins Geschehen gestellte Diener des Drehbuchs.

Fassbender spielt den verurteilten Mörder Callum, den die Giftspritze in den Tod befördern soll. Als er aufwacht, befindet er sich in einem Labortempel in Madrid, wo angeblich zur Aggressionskontrolle geforscht wird. Jeremy Irons mimt den Hausherrn. In Wahrheit betreiben Tempelritter der Moderne das Labor. Callum ist Nachfahre eines Assassinen aus dem 15. Jahrhundert. Über ihn wollen die Templer den legendären Apfel von Eden finden, der die Weltherrschaft verspricht.

Mauren gegen Templer

Forscherin Sophia (Marion Cotillard) hat eine Maschine gebaut, die Callum mit seinem Urahn verbindet. Oh, Wunder der Technik: Schattenboxend ficht Callum die Kämpfe der Reconquista aus, die Mauren von Grenada gegen Kirche und Templer.

Auf der Habenseite verbucht der Film imposante Schauwerte eines finsteren Mittelalters, gute Tricks, rabiate Schwertkämpfe, Sprints und schwerelose Sprünge beim Parcours über Dächer und Türme.

Dem gegenüber stehen viel bleiern salbungsvolles Blabla, ein wüstes mythisches Brimborium und eine Erzählweise, die im Vorwärtsdrall Figuren, Motive, Subplots achtlos über den Haufen rennt. Fantasy zwischen lahm und japsend.