Viel Hilfsbereitschaft beim Infoabend

Flüchtlinge

„Nicht nur wohnen, sondern leben.“ Das sollen auch künftig Flüchtlinge in Langendreer können. Dazu veranstaltete die Stadt Bochum gemeinsam mit der Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche einen Informationsabend in der Freien evangelischen Gemeinde am Mittwoch, 10. Juni.

BOCHUM

von Rebecca Krebs

, 12.06.2015 / Lesedauer: 3 min
Viel Hilfsbereitschaft beim Infoabend

Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche, Moderatorin Katja Leistenschneider und Jan Nordhoff, Sachgebietsleiter des Bereichs Flüchtlinge der Stadt Bochum, (v.l.) beim Infoabend.

Thema beim Infoabend war die aktuelle Situation an der Wiebuschstraße. Dort sollen in 17 Wohnungen Flüchtlinge aus Serbien, Georgien oder dem Kosovo ziehen. Teilweise sind die Wohnungen bereits bezogen.

Dass eine solche Situation eine gewisse Brisanz mit sich bringt, zeigte die rege Teilnahme der Anwohner und die  angeregte  Diskussion. Viele Fragen waren zu klären, sowohl Ängste als auch Vorfreude und sehr viel Hilfsbereitschaft kamen zum Ausdruck. Jan Nordhoff und Sandra Schotte von der Stadt Bochum betonten, dass die 17 Wohnungen den Menschen, die ihre Heimat verloren und einen oftmals langen Fluchtweg hinter sich haben, eine große Hilfe seien. „Das schafft für einige endlich wieder so etwas wie Privatsphäre“, so Sandra Schotte.

Anwohner wollen helfen

Aktuell sind die angehenden Bewohner teilweise in Turnhallen oder Wohncontainern mit Heimcharakter untergebracht. Hier meldeten sich viele Anwohner mit großem Enthusiasmus, um das Eingewöhnen zu ermöglichen. Dass sie den Flüchtlingen die Chance geben wollen, sich zuhause zu fühlen, gaben sie unmissverständlich zu erkennen.

Einiger Unmut kam jedoch bei dem Thema auf, dass einige Anwohner ihre Wohnungsverträge von der Baugenossenschaft Vivawest, die im selben Gebiet die Flüchtlingsunterkünfte an die Stadt Bochum vermietet, zur selben Zeit gekündigt bekamen. Das habe durchaus einen „schalen Beigeschmack“, so Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche.

Unmut beim Thema Vivawest

Allerdings betonte Busche, dass dies eine von der Vermietung der Flüchtlingsunterkünfte völlig unabhängige Sache sei. Denn die Wohnungen der Flüchtlinge seien schon länger leerstehende Wohnungen in den selben Wohnbauten. Die Vivawest sei zwar zu der Veranstaltung eingeladen gewesen, war jedoch nicht vertreten.

„Oftmals ist das Wichtigste, eine Tagesstruktur zu schaffen, die den Menschen fehlt. Das gibt Sicherheit. Insbesondere Alltagshelfer werden gebraucht. Wer Sprachkurse oder die Freizeitgestaltung für Jugendliche übernehmen möchte, kann schon viel helfen“, so Sandra Schotte. Hier agierten die Anwohner direkt: Am Ende der Sitzung fand sich eine Gruppe zusammen, die selbst Initiative ergreifen möchte. Außerdem können sich Interessierte auf der Homepage der Stadt Bochum www.bochum.de darüber informieren, wie sie Unterstützung bieten können.