Viele Bäume sind krank und von Pilzen befallen

Stadt fällt Kastanien

Weil sie krank und von Pilz befallen waren, fällte die Stadt Bochum Anfang Mai 20 Kastanien in der Wielandstraße. Laut eigenen Aussagen hatte das Grünflächenamt keine andere Wahl. Dennoch hat nicht jeder Bürger dafür Verständnis.

MITTE

14.05.2014, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Bäume sind krank und von Pilzen befallen

Gefällte Bäume in der Wieland- und der Freiligrathstraße.

Denn den Zettel hatte offenbar ein Anwohner an einer der noch gesunden Kastanien aufgehangen. „Unsere Seelen werden euch verfolgen“, ist darauf abschließend zu lesen – so als würde der Baum zu den vorbeilaufenden Menschen sprechen. So bedrohlich die Worte klingen, so bedrohlich war jedoch auch der Zustand vieler Kastanien, die einmal in der Wieland- und der angrenzenden Freiligrathstraße standen. Bei vielen war der Pilzbefall so weit fortgeschritten, das Stämme und Äste umzukippen bzw. abzufallen drohten. Damit stellten sie eine Gefahr für Spaziergänger und den Straßenverkehr dar.

Neu ist das Krankheitsbild der Kastanien in Bochum allerdings nicht. Bereits im Jahr 2012 berichtete das Umwelt- und Grünflächenamt Bochum über das Schadbild an 30 Kastanien. Konkret handelt es sich um die Pilze Austernseitling und den Samtfußrübling. Hauptursache ist die sogeannte Pseudomonas-Rindenkrankheit, die die Bäume für Pilze anfällig macht. Nach Angaben des Presseamtes der Stadt Bochum ergab eine erneute Überprüfung im Jahr 2013 dann, dass inzwischen weitere 125 Straßenbäume befallen sind. Eine weitere Untersuchung im April ließ dann für die Verwaltung keinen anderen Schluss zu: Insgesamt 14 Kastanien in der Freiligrathstraße und sechs in der Wielandstraße im Alter von etwa 60 Jahren mussten zur Sicherheit gefällt werden. Eine Ersatzpflanzung ist für den Winter geplant. Derzeit wird bei zehn weiteren Bäumen im Stadtgebiet geprüft, ob sie möglicherweise auch gefällt werden müssen.

Nicht nur bei den Anwohner machte sich wegen der Fällung Unmut breit, auch aus der Politik gab es am Mittwoch, 14. Mai, Widerstand in Richtung der zuständigen Verwaltung. CDU-Politiker Lothar Gräfingholt, Vorsitzender des Umweltausschusses, kritisierte eine schlechte Informationspolitik: „Die zuständigen Gremien wurden zu spät über geplante Maßnahmen ins Bild gesetzt“, sagte Gräfingholt. Martina Foltys-Banning (Grüne) schloss sich der Kritik an: „Ärgerlich ist, dass die Bevölkerung und speziell die Anwohner nicht rechtzeitig informiert worden sind“, sagte die Politikerin.

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