Viele Besucher kamen zur Mengeder Erlebnisnacht

Im Haus der offenen Tür

Von Kisten-Klettern über Lagerfeuer bis hin zu Graffiti reichte das Angebot bei der dritten Mengeder Erlebnisnacht ins Haus der offenen Tür (HoT) der Gemeinde St. Remigius. Wer wollte, konnte sogar den Dialog mit den Politikern der Bezirksvertretung suchen.

MENGEDE

, 04.10.2015, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Tanzen ist toll“, schwärmt Joel. Der Elfjährige ist aus der Puste und zieht den Kinnriemen des Helms fest. „Jetzt Kistenklettern, dann Graffiti.“ Ein paar Meter weiter besprühen acht Erlebnishungrige schon die hölzerne Rückwand der Bühne im Garten. Konzentration ganz anderer Art ist oben im zweiten Stock unter dem Dach des HoT gefragt: Peter Wagner von der Schachgesellschaft erklärt das königliche Spiel und gibt Tipps.

Neben den rund 60 Kindern und Jugendlichen, die sich am Freitag im HoT tummelten und das vielseitige Spiele-Angebot voll ausnutzten, waren auch einige Politiker aus der Bezirksvertretung  der Einladung des Netzwerks der Jugendfreizeitstätten gefolgt – allerdings weniger der Spiele wegen, sondern um mit den Teenagern zu diskutieren. Die zentralen Themen: Ferienspiele, legale Graffiti-Flächen, Seifenkistenrennen, Neonazis, die Flüchtlingsfrage.

Kinder sollen sich einbringen

„Es ist schön, hier ins Gespräch zu kommen. Die Kinder- und Jugendarbeit der Einrichtungen ist wichtig, damit Kinder nicht auf der Straße rumlaufen und womöglich etwas kaputt machen“, erklärt Bezirksvertreterin Anja Hubert. Und Jürgen Utecht ergänzt: „Es ist gut, dass die Kinder schon in jungen Jahren das Gefühl bekommen, sich einbringen zu können. Außerdem war ich ewig nicht mehr hier, sehe mich jetzt um, wie es aussieht. Das ist wichtig, wenn wir über die Vergabe von Mitteln in der Jugendförderung entscheiden.“

Michelle hat einen ganz konkreten Vorschlag: „Ich möchte Ferienfreizeiten, die sechs Wochen lang sind.“ In der Stimme der Zwölfjährigen klingt Entschiedenheit mit. Arne Thomas, Fachreferent der Jugendförderung im Stadtbezirk Mengede, kennt den Hintergrund und verweist gegenüber dieser Zeitung auf das abgestimmte Programm der Jugendfreizeitstätten. „Wir wissen, dass wir uns breit aufstellen müssen, um die Ferien zu bespielen und für diejenigen, die nicht wegfahren, Angebote zu basteln.“

Das Netzwerk der Einrichtungen garantiert die Vielfalt und stemmt größere Projekte gemeinsam. „Das ist total wichtig“, betont Claudia Kowollik. Von Veranstaltungen wie der Mengeder Erlebnisnacht profitieren die Einrichtungen auch intern, erklärt die Leiterin des HoT: „Die Mitarbeiter lernen sich untereinander kennen und tauschen sich aus.“