Viele Bravos für die musikalische Leistung

Konzert

Auf ein schlankes Kleinod sakraler Musik folgte eine gewaltige, epische Symphonie. Wer beim letzten Konzert der Bochumer Symphoniker im Audimax die Verbindung zwischen den aufgeführten Stücken suchte, blieb zwar etwas ratlos zurück. Doch immerhin zeigte das Orchester, wie Gegensätze sich ergänzen können.

BOCHUM

, 14.02.2015, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Bravos für die musikalische Leistung

Die Symphoniker spielten ein Konzert im Audimax.

Eine Symphonie Anton Bruckners kann einen Konzertabend gut allein ausfüllen. Zumal das städtische Orchester unter der Leitung des Wiener Dirigenten Martin Siegharts sein bekanntestes Werk, die Siebte, ausgewählt hatte. Bruckner schrieb sie zwischen 1881 und 1883  mit einer Menge Lebens- und Kompositionserfahrung und unter der Ahnung des baldigen Todes Richard Wagners.

So folgt er von Anfang an Wagners Spuren und breitet sich episch und mit großer Geste aus: Der erste Satz beginnt mit dem längsten Hauptthema Bruckners, das seinen Lauf nimmt als sehnsuchtsvolles Wechselspiel zwischen Violinen und Celli. Martin Siegharts dirigierte es wie das gesamte Werk in gemäßigtem Tempo und spürte jedem dramatischen Wechsel der Stimmungen genau nach.

Zunächst nur Verneigung

Explizit von Wagner beeinflusst ist das Adagio in cis-Moll, das Bruckner beim Gedanken an dessen Tod einfiel. Er nannte es selbst eine "Trauermusik zur eingetretenen Katastrophe" – die sich tatsächlich in einem für einen langsamen, zweiten Symphonie-Satz außergewöhnlich heftigen Höhepunkt niederschlägt. Nach dem eingängigen Scherzo, das in ein monothematisches Trio mündet und dem bewegten Finale spendete das Publikum begeisterten Applaus mit vielen Bravos.

Vor der Pause hatte der Beifall noch einen anderen Charakter: Hier war er eher als Verneigung vor der Leistung des Philharmonischen Chors zu verstehen, der auf gewohnt hohem Niveau sang. Schuberts "Deutsche Messe" allerdings ist eher ein Kleinod, eine Sammlung einfacher Gesänge zur Kirchenmesse mit volkstümlichen Anklängen. Begleitet wird der Chor dabei nur von Kontrabässen und Holzbläsern. Das Orchester ist Stütze, kein Gegengewicht zur Stimmgewalt. 

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