Viele Eltern haben das Vertrauen verloren

Ruhr-Gymnasium

Das Ruhr-Gymnasium kommt nicht zur Ruhe: Einige Vorwürfe gegen die Schulleiterin wurden am Donnerstagabend bei der Elternversammlung laut. Von großem Druck auf die Lehrer war die Rede.

INNENSTADT

von Von Susanne Linka

, 10.02.2012, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Es bleibt unruhig am Ruhr-Gymnasium.

Es bleibt unruhig am Ruhr-Gymnasium.

Von großem Druck auf die Lehrer war da die Rede. Auch diejenigen, die vor dem Amtsantritt der Oberstudiendirektorin gegen sie gestimmt hatten, soll sie das spüren lassen haben. Das berichten Teilnehmer der Veranstaltung, zu der die Vorsitzenden der Klassenpflegschaften und andere engagierte Eltern eingeladen waren. „Wir wollten ihnen Gelegenheit zum Austausch geben“, erklärte am Freitag die Schulpflegschaftsvorsitzende Ulrike Grote den Ruhr Nachrichten. Schließlich steht inzwischen fest, dass sogar fünf weitere Versetzungsanträge von Lehrern vorliegen.

„Nach Wahrnehmung der Eltern ist der Schulfrieden am Ruhr-Gymnasium erheblich gestört“, zog Ulrike Grote ein Fazit aus der Zusammenkunft: „Wir bedauern den Weggang engagierter Lehrer.“ Gerade im Umgang mit dem Konflikt beklagten die eingeladenen Klassenpflegschaftsvertreter ausdrücklich eine „mangelnde Transparenz.“ Und sie fühlten sich schlecht informiert.Besucher der Elternversammlung berichten, dass sich das konkret zum Beispiel an der fehlenden Information über die neuen Versetzungsanträge festmache. Die Schulleiterin soll Fragen der Eltern, ob weitere Anträge vorliegen, ausdrücklich verneint haben. „Die am Donnerstag versammelten Vertreter der Elternschaft sehen keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schulleitung“, berichtet ein Teilnehmer. Die Eltern sind mit der Bezirksregierung im Gespräch. Dringend wollen sie wissen, wie es künftig weitergeht, ob die Chefin und ihr Stellvertreter wiederkommen.

Nach wie vor sind sie aber davon überzeugt, dass das Ruhr-Gymnasium eine Schule mit Zukunft ist. Das bejahte auch die Bezirksregierung gestern ausdrücklich. Einige Eltern weisen daraufhin, dass auch die umstrittene Leiterin am Gymnasium viel Positives bewegt hat. Doch der Schulfrieden liegt ihnen am meisten am Herzen. Schuldzuweisung schwierig Eine Mutter fordert: „Es muss unbedingt eine gute Atmosphäre für die Kinder und Lehrer herrschen. Wenn das mit der alten Schulleitung nicht möglich ist, muss eine neue her.“

Eine Schuldzuweisung hält sie für sehr schwierig: Wenn ein Konflikt so groß werde, sei stets ein ganzes Gefüge beteiligt. Etliche Eltern hätten zwar von negativen Erfahrungen berichtet, viele andere wüssten aber nur von Gerüchten: „Eigentlich müsste man auch die Gegeneseite selbst dazu hören.“ Doch sie ist derzeit krank. Ausdrücklich stellte auch die Schülervertretung am Freitagabend klar: „Wir möchten keine ,Hexenjagd´ auf die Schulleiterin, sondern eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Konflikt.“